Dr. Christof Römer: Eröffnung des historischen Museums besonderen Typs

Aus den Museen
Königslutter: Kaiserdom-Museum
Eröffnung des historischen Museums besonderen Typs

Christof Römer

Mit einer Festveranstaltung öffnete der Verein 'Stift und Stadt Königslutter' am 30. August 1986 das von ihm und der Stadt Königslutter getragene Kaiserdom-Museum. Es liegt östlich der gewöhnlich als Kaiserdom bezeichneten heutigen Ev. Stiftskirche St. Peter und Paul. In seiner Festrede betonte der Niedersächsische Minister tür Wissenschaft und Kunst, Dr. Johann-Tönjes Cassens, daß hier neben dem markanten Baudenkmal eine würdige Dokumentationsstätte entstanden sei.

Die ehemalige Benediktiner-Klosterkirche (bis 1571) und Grabstätte Kaiser Lothars von Süpplingenburg (gest. 1137), berühmt auch durch den von oberitalienischen Künstlern gestalteten Bauschmuck des 12. Jahrhunderts, ist das entscheidende “Original", auf das sich das neue Museum bezieht. Bürgerschaft und Stadt Königslutter wollten nicht einfach ein Heimatmuseum als Aufnahmestätte örtlicher Geschichtszeugnisse einrichten, sondern solche überörtlichen Besonderheiten Königslutters herausstellen, deretwegen Besucher den Ort würdigen. Mit Mitteln von Bund, Land, Landkreis und Stadt konnte der Verein die ehemalige Steinmetzschule für Museumszwecke umbauen, wobei die Vereinsmitglieder z.T. selbst mit Hand anlegten. Die architektonische Umformung des Gebäudes in ein stimmungsvolles Museum besorgte die Planungsgruppe Witt aus Braunschweig.
Nach einem Konzept von Dr. Christof Römer, Oberkustos am Braunschweigischen Landesmuseum, wurde eine Präsentation erstellt, die den Besucher zum einen vom Dom und seinem Umfeld in eine Stätte historischer Vertiefung überleitet, zum anderen ihn über die drei Besonderheiten informiert, die der Dom vermittelt: Benediktinerkloster, oberitalienische Kunst des 12. Jahrhunderts und Grabstätte eines Kaisers.

Aus diesen Aufgabenstellungen leiteten sich folgende Abteilungen ab:
1. Der Kaiserdom: Baugeschichte und Umfeld
2. Lothar von Süpplingenburg, Kaiser und Stifter
3. Königslutter und die europäische Kunst des 12. Jahrhunderts
4. Klostergeschichte und benediktinisches Klosterleben
5. Stadt und Region Königslutter

Die Präsentation geschieht durch 120 Schautafeln und ausgewählte Objekte. Durch dieses Übergewicht der Schautafeln erhält das Museum seine besondere Prägung. Originalobjekte sind zunächst nur spärlich vertreten, ihr Anteil soll aber wachsen, wenn mehr Vitrinen zur Verfügung stehen. Es war allerdings eine bewußte Entscheidung, zunächst ein zusammenhängendes und strukturiertes Abbild der Facetten zu geben, die Königslutter überortlich, ja europäisch bedeutsam machen. Der Grund. auf eine Objektgruppenpräsentation zunächst weitgehend zu verzichten, war die Absicht, ein historisch ausgerichtetes, nicht ein kulturhistorisches Museum zu errichten. Gemeinhin mischen sich in den örtlichen und regionalen Museen die historische Darstellung und die Präsentation historischer Altertümer. Eine Präsentation mit historischer Intention begnügt sich aber nur ungern mit der Ausstellung des mehr oder weniger zufällig Erhaltenen und Gesammelten, vielmehr stellt sie das historische Medium in den Vordergrund. Darüber hinaus erlauben fotografisch wiedergegebene Originalzeugnisse (Urkunden, Karten, Miniaturen) sogar eine systematische Information ohne Rücksicht auf den Aufbewahrungsort und die Eigenturnsverhältnisse der einschlägigen Bilder, Gegenstände usw.
So konnten für die fünf Abteilungen seltene, ja oft einzigartige Zeugnisse einbezogen werden, etwa Fotos von Bauten aus Italien, Frankreich und Deutschland, oder Porträts, Szenen und Erinnerungsstücken aus Archiven, Bibliotheken und Museen, die im Original oft schwer oder nur selten einsehbar sind. Vorlagen für die Dokumentation des Mittelalters und der frühen Neuzeit wurden in großzügiger Weise sowohl von regionalen Archiven und Bibliotheken (Niedersächsisches Staatsarchiv Wolfenbüttel, Herzog August Bibliothek in Wol-

Mitt.bl. Museumsverb. Nieders. Bremen  Nr. 31 - 39-40 - Hannover, März 1987
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Aus den Museen

fenbüttel, Stadtbibliothek Braunschweig usw.) als auch von Kulturinstitutionen in Münster, Gerleve, München, Rom usw. bereitgestellt. Auch Verlage (Westermann - Braunschweig, Bayerischer Schulbuchverlag, Herder - Freiburg, Aschendorff - Münster) zeigten sich entgegenkommend.

Von besonderer Bedeutung erwies sich die Mitarbeit des Bezirksarchäologen, Archäologieoberrat Hartmut Rötting M.A., der eine Dokumentation über die archäologische Erforschung des Kaisergrabes ab 1978 ermöglichte. Als kunsthistorische Betreuer wirkte ein Team um Bernd Wedemeyer mit, das die erfolgreiche Ausstellung von 1980 im Braunschweigischen Landesmuseum ´Königslutter und Oberitalien‘ im 12. Jahrhundert mit den Forschungsergebnissen von Prof. Dr. Martin Gosebruch und seinem Schülerkreis in die der Kunst des 12. Jahrhunderts gewidmete Abteilung des Königslutterer Museums einbrachte.

Für die Abteilung 'Klostergeschichte und benediktinisches Leben' wurde in Zusammenwirken mit den bestehenden Klöstern Gerleve bei Münster und Huysburg bei Halberstadt (DDR) der Weg gewählt, die überlieferten Zeugnisse des seit 1571 als Mônchsgemeinschatt nicht mehr bestehenden Klosters mit dem Leben und der Spiritualität heutiger Gemeinschaften in einen erläuternden Zusammenhang zu stellen.

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Abb. 1: Blick in die Museumsräume mit Schautafeln und Vitrinen, die auf ein Modulprinzip in der Gesamtheit und in den Aufteilungen abgestimmt sind. Im Vordergrund Minister Dr. Johann-Tönjes Cassens (rechts) und Museumsleiter Dr. Christof Römer während der Eröffnung am 30. August 1986.
Foto: Rudolf Flentje.

In der ortsgeschichtlichen Abteilung 'Stadt und Region Königslutter', die Stadtarchivar i.R. Heinz Röhr betreute, ist dagegen ein gewisser Wechsel der heimatgeschichtlichen Aspekte durchaus beabsichtigt, um den vielfältigen Interessen und Angeboten von Objekten auch aus der Bevölkerung Rechnung zu tragen.

Die als 6. Abteilung vorgesehene 'historische Bauhütte', die anknüpfend an die Tradition der Steinmetzschule, mittelalterliche Dombauarbeiten zeigen soll, konnte aus finanziellen Gründen noch nicht verwirklicht werden; sie ist jetzt jedoch für 1988 vorgesehen.

Bei dieser Museumsneugestaltung konnten nicht nur unterschiedliche Anspruchsebenen, sondern auch verschiedene optische Vermittlungswege erprobt werden, die möglicherweise die Diskussion um das historisch ausgerichtete Kulturmuseum beflügeln wird. Der Konzipient des Museums wird als ehrenamtlicher Leiter auch die weitere Entwicklung des Museums begleiten.


Anschrift des Verfassers:
Dr. Christof Römer
Fasanenstraße 67
D-3300 Braunschweig




Veröffentlichung im Mitteilungsblatt Museumsverb. Niedersachsen Bremen  Nr. 31  S. 39-40 Hannover, März 1987



Dom- und Steinmetzmuseum Königslutter

Am 15. Mai 2011 wurde das Dom- und Steinmetzmuseum neu eröffnet. Es befindet sich im Untergeschoss des Museums Mechanischer Musikinstrumente. In dieser Präsentation werden der Dom und seine Baugeschichte in erster Linie aus der Sicht des Steinmetzhandwerkes betrachtet. Es wird gezeigt, welche meisterliche Handwerkskunst und große menschliche Leistung hinter dem Bau des Doms standen.

Das Dom- und Steinmetzmuseum ist Di bis So von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der Zugang erfolgt durch das MMM.

 

Adresse:

Dom- und Steinmetzmuseum

Vor dem Kaiserdom 3-5

38154 Königslutter am Elm

Tel.: 05353-918464

Email: museum@koenigslutter.de

Weitere Informationen unter:

http://www.museen-koenigslutter.de

 

Museum Mechanischer Musikinstrumente Königslutter

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Dieses Museum beinhaltet eine große Auswahl mechanischer Musikinstrumente, die durch die Stadt Königslutter aus Privatsammlungen angekauft wurden.

 

In den Räumen dieses Museums finden auch abends Veranstaltungen statt, wie z.B. am 21.04.2012 "Der Alchimist" - eine Märchenstunde für Erwachsene.

 

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Am Freitag, den 08.06.2012 fand 17 bis 24 Uhr  jetzt bereits zum vierten Mal eine Open Air Veranstaltung im Museumshof statt. Bei "Rock im Museum" traten verschiedene Bands aus der Region Helmstedt / Wolfsburg / Braunschweig auf.

 

 

Lesenacht im Museum
Königslutter. Das Museum für Mechanische Musikinstrumente und die Buchhandlung „Bücherparadies“ veranstalten in Zusammenarbeit mit der Stadtbücherei Königslutter eine Lesung mit den Autorinnen Kristina Günack und Kim Landers mit dem Thementitel „Eternal Love Lesenacht“.
Humorvoll, romantisch und auch düster werde es im Verlauf der Lesung, so die Veranstalter. Die
zweistündige Lesung beginnt am Freitag, 23. November, um 19 Uhr. Ein geringes Eirıtrittsgeld wird erhoben. Karten im Vorverkauf gibt in der Buchhandlung „Bücherparadies“, Westernstraße 31, in Königslutter. Telefonisch ist diese unter 05353/990990 zu erreichen.

Ankündigung aus:

Helmstedter Sonntag, 18.11.12   S. 9

 



Rock im Museum

Rock im Museum

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Königslutter. Rock, Pop und Blues - Open Air im Museumshof: Nun schon zum siebten Mal präsentieren sich einen ganzen Nachmittag und Abend - am Freitag, 5. Juni, von 17 bis 24 Uhr – verschiedene Bands aus der Region. In diesem Jahr machen mit: Pretty In Pink, Black Horse Group, Neoton, Earthbound und Shut Up'N'Listen. Über die Braunschweiger Band „Earthbound“ ist mit ihren Blues- und Rockcovers aus acht Jahrzehnten eine feste Grösse in der Region. Beim Rock im Museum präsentieren sie sich mit neuer Sängerin und altem wie neuem Repertoire.

 

In Königslutter noch relativ unbekannt sind dagegen „Neoton“, eine Punk-Band aus Braunschweig. ,,Neoton“ spielen in erster Linie eigene Songs in deutscher Sprache.

 

Ebenfalls noch recht neu ist die „Black Horse Group“, die Coversongs von „Pury in the Slaughterhouse“ präsentieren werden.

 

Für rockiges Feeling sorgen ,,Pretty In Pink“ aus dem Raum Königslutter/Helmstedt. Sie haben sich ganz der musikalischen Welt der Ohrwurm-Melodien und Killer-Grooves verschrieben - Musik, zu der man einfach tanzen muss.

 

Eine ganz andere Musikrichtung vertritt „Shut Up'N'Listen“. Sie liefern Hardrock vom Feinsten, in erster Linie aus eigener Produktion.

 

Natürlich ist auch für das leibliche Wohl gesorgt Bier· und Würstchenstand locken mit leckerer Kost zu günstigen Preisen.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.rockimmuseum.de und auf Facebook.

 

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Die "Black Horse Group" ist auch mit dabei. Foto: privat

 

 

Veröffentlicht in:

Helmstedter Sonntag Nr. 22/2015 vom 31.05.2015 Seite 10

 

 

 

Europäisches Frauen Kultur Museum

Europäisches Frauen Kultur Museum.
Ausstellungen, Kurse und Workshops
Königslutter.
Zur Museumslandschaft Königslutters mit dem Museum Mechanischer Musikinstrumente, dem Museum für Dom- und Stadtgeschichte, der Otto-Klages-Sammlung und dem FEMO/GeoPark-Informationszentrum hat sich mit dem Europäischen Frauen Kultur Museum ein weiteres Highlight hinzugefügt.
Zu allen Zeiten haben Frauen schöne Handarbeiten angefertigt, Kleidung genäht, die Wäsche gestopft und geflickt. Dabei war besonders in schlechten Zeiten Kreativität gefragt. Und das Europäische Frauen Kultur Museum bewahrt die Zeugnisse diese Arbeiten auf, pflegt und würdigt sie, und macht sie mit Ausstellungen Menschen zugänglich.
Außerdem haben die verantwortlichen Damen es sich zur Aufgabe gemacht, in Kursen und Fortbildungsveranstaltungen Fertigkeiten aus dem Bereich der textilen Arbeiten und Künste weiterzuvermitteln, beispielsweise Klöppeln, verschiedene Stricktechniken, Spinnen. Weben, Patchwork und Sprangarbeiten.
Ein Offener Arbeitskreis für textile Techniken trifft sich jeweils donnerstags von 15 bis 20 Uhr, in den Museumsräumen  An der Stadtkirche 2 in Königslutter.
Interessierte können Kontakt aufnehmen mit Sigrid Loock (Telefon 05351/31427), Gudrun Hildebrand (Telefon 05365/2921), Barbara Fiedler (Telefon 05353/3221) oder Ursula Lühr (Telefon 05367/8297).  bs

Veröffentlicht in:
Der Stadtbüttel  Weihnachten 2012 / Januar 2013  S. 36

14. Textilkunsttag Ostfalen am ERAM - Wunderschöne alte Kunst zum Ausprobieren und Staunen

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Foto veröffentlicht in:

Helmstedter Blitz vom 31.07.2013  S. 2

 

Heinz Röhr: "Stadt und Region Königslutter in dem neuen Dom-Museum"

Das neue Dom-Museum in der ehemaligen Steinmetzschule besteht aus 5 Teilbereichen. Von zentraler Bedeutung sind die Abteilungen für Königslutter und seine Beziehungen zur europäischen Kunst des 12. Jahrhunderts, über Kaiser Lothar von Süpplingenburg, den Bauherrn des Domes, und über das Benediktinerkloster Königslutter, dessen Klosterkirche der Dom ist. In weiteren Teilbereichen werden der Dom und sein Umfeld in ihrer historischen Entwicklung und die Stadt und Region Königslutter gezeigt.

Die zuletzt genannte Abteilung enthält als einzige Originale, die mehrere lnstitutionen und zahlreiche Bürger der Stadt leihweise zur Verfügung gestellt haben. Zu danken ist vor allem den Leitern des Stadt- und Bildarchivs, die eine mittelalterliche Urkunde, alte Stiche, Karten und Archivakten bereitstellten, dem Bauamt der Stadt, das eine ganze Reihe von Zeichnungen für das Dom-Museum anfertigte, dem Landwirt Rudolf Fricke in Süpplingenburg für die Ausstellung der vorgeschichtlichen Sammlung seines Großvaters Emil Fricke aus Groß Steinum, der Schützengilde Königslutter für die zur Schau gestellten Pokale und Schützenketten und Herrn Kwasniewski, der eine ganze Schautafel über die Rats-Apotheke selbst gestaltete. Dank gebührt auch der Zuckerfabrik und den Herrn Schlobach, Karolscak und Fulst für die Lieferung von Bildmaterial verschiedenster Art, Herrn Dorge für die wertvolle Schrift über das Stift Königslutter aus dem Jahre 1715 sowie Frau Itter und den Herrn Liestmann, Kraus und Windolf für geeignete Fotos, die zum Teil durch die Kunst des Fotomeisters Kollmorgen an Leuchtkraft noch gewonnen haben. Leider war es nicht möglich, auf den dafür vorgesehenen Podesten und Schautafeln RotoGeräte und Material über die Entwicklung der Roto-Werke auszustellen, da das die Roto-Leute in der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit nicht ganz schafften. Es besteht aber durchaus die Möglichkeit, dieses bei passender Gelegenheit nachzuholen.
Aufgabe der 5. Abteilung des Dom-Museums ist es, die geschichtliche Entwicklung von Stadt und Region Königslutter anschaulich darzustellen. Diese beginnt bereits in der Jungsteinzeit, denn das in der Hochvitrine ausgestellte Fundmaterial der Sammlung Fricke und das Hühnengrab am Dormrand beweisen, daß die Region Königslutter um diese Zeit bereits besiedelt gewesen sein muß. Die dort ebenfalls lagernden Funde von dem großen Urnengräberfeld Groß-Steinum-Beienrode deuten eine dichtere Besiedlung in der älteren Eisenzeit an, die von der Burganlage „Neues Haus“ bei Groß Steinum erinnern an die interessanten Wallburgen im Schuntertal, die von der Wüstung Schoderstedt an ein im 15. Jahrhundert untergegangenes Dorf im Norden der Stadt. Als besonders wertvoll gelten die in der Hochvitrine ausgelegten großen Feuersteinbeile aus der jüngeren Steinzeit und der Schoderstedter Kugeltopf aus dem 10.-12. Jahrhundert. Kirchliches Verwaltungszentrum der gesamten Region war im Mittelalter Ochsendorf. Den erhalten gebliebenen romanischen Bau der alten Diakonatskirche mit dem mächtigen Turm zeigt das schöne Foto von Herrn Liestmann. In der Siedlungsweise bevorzugte man auffallend häufig eine Rundlingsanlage der Dörfer und errichtete besonders schöne niedersächsische Bauernhäuser. Um 1200 wurde die Burg Königslutter gebaut, die im Mittelalter zugleich Sitz des Amtes Königslutter war. Zu diesem gehörten - wie die Zeichnung erkennen läßt - im Jahre 1359  10 Dörfer.

Die Stadt Königslutter entstand auf dem Grund und Boden des sehr viel älteren Dorfes Lutter erst um 1400. Das Dom-Museum zeigt in einer Original-Urkunde die Stadtrechte von 1474 mit einer Bestätigung von 1585, dazu deren Übertragung in die hochdeutsche Sprache, ferner Siegel und Wappen der Stadt, darunter in der Vitrine zwei Stiche aus dem 17. und 18. Jahrhundert, daneben eine interessante Karte über den Anbau vor dem Braunschweiger Tor aus dem Jahre 1758.  Das 18. Jahrhundert war eine Blütezeit des wirtschaftlichen und kulturellen Lebens der Stadt. Die wirtschaftlichen Verhältnisse wurden von dem Brauwesen beherrscht, von dem eine Tischvitrine einige Originalakten zeigt. Gegenüber sind bedeutende Mediziner und Pharmazeuten, die in Königslutter geboren sind oder dort gewirkt haben zu erkennen, darunter der berühmte Arzt Dr. Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie. Dazwischen ist im Grundriß und mit seiner Gartenanlage das Jagdschloß Langeleben abgebildet, das zu dieser Zeit oft den Besuch von Friedrich Wilhelm I. und Friedrich dem Großen erlebt hat.

Auf der anderen Seite der Stellflächen sind die Zeit des Nationalsozialismus und die Nachkriegszeit in Königslutter dargestellt. Aus der N.S.-Zeit werden Not und Verfolgung gezeigt, aus der Zeit nach 1945 der Wiederaufstieg der Stadt in politischer, wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht. Eindringlich wird die bauliche Entwicklung deutlich gemacht. Die neuen Wohngebiete, die Verbesserung der Verkehrsverhältnisse und das festgelegte Sanierungsgebiet in der Altstadt und angrenzenden Gebieten sind besonders herausgearbeitet. Bereits erfolgte Sanierungsmaßnahmen, zum Beispiel an dem Stadt- und Jugendhaus, sind sichtbar gemacht, weitere Entwicklungsmöglichkeiten in dem ausgehängten Flächennutzungsplan von 1982 angedeutet. Die Schönheit der alten Fachwerkhäuser der Stadt wird in großen Farbaufnahmen von Herrn Liestmann gezeigt, in denen die Einzelmotive der Königslutterer Fachwerkkunst, zum Beispiel Fächerfries oder Zahnschnitt, klar erkennbar sind.

Eine weitere Hochvitrine ist dem Handwerk gewidmet. Darin sind kostbare Gildebriefe aus dem 17. und 18. Jahrhundert ausgelegt. Daneben sind auf der einen Seite ein Meisterbrief und ein Lehrbrief, auf der anderen Seite Darstellungen, die die Entwicklung des Marktplatzes in Königslutter zeigen, zu erkennen.

In zwei Tischvitrinen an der Fensterseite ist die Literatur über die Stadt und die Region Königslutter zusammengestellt, darunter auch das 1962 erschienene Elmbuch und das Sagenbuch von Heinz-Bruno Krieger sowie neuere Dorfchroniken von Lelm, Beienrode und Rieseberg, während an der Nordwand als Ergänzung dazu die älteste gedruckte Schrift über das Stift Königslutter und neuere Bücher über die Stadt ausliegen.

Abweichend von der Ausstattung der anderen Abteilungen des Dom-Museums wurden dem Teilbereich Stadt und Region Königslutter viele Vitrinen zugeteilt. Insgesamt sind es 3 Hoch- und 5 Tischvitrinen. Dadurch ist ein häufiger Wechsel der ausgestellten Objekte möglich. Diese werden auch aus Kreisen der Bevölkerung gern entgegengenommen. Sie können an jedem Freitag am Spätnachmittag im
Stadtarchiv (Stadt- und Jugendhaus, Marktstraße 1) für kurze oder längere Zeit als Leihgabe abgegeben werden. Auf Wunsch werden wertvollere Gegenstände vom Stadtarchivar (Tel. 053 53/39 93) auch abgeholt. Da einige Schautafeln ebenfalls noch unbesetzt sind, bestehen dort ebenfalls noch Möglichkeiten einer Vergrößerung und Ausweitung dieses Teils des Dom-Museums.

Wußten Sie schon, wie das offene Kalsergrab oder die 1753 abgebrochene Clemenskirche ausgesehen haben, welches der genaue Standort des Jagdschlosses Langeleben war oder was der berühmte Jagdfries aussagen wollte? Auf diese und viele andere Fragen können Sie eine Antwort erhalten, wenn Sie sich ein wenig im Dom-Museum umschauen. Versuchen Sie es einmal.
                 
                                                                                                        Heinz Röhr

Veröffentlicht in:
Stadtbüttel November 1986  S.40-46

 

 

 

Neues im Kaiserdom-Museum

Neues im Kaiserdom-Museum
lm Kaiserdom-Museum ist in der Abteilung „Stadt und Region Königslutter“ mancherlei Neues zu sehen. Ins Auge fällt besonders die Roto-Ecke, die von Bürgermeister Alfred Küchenthal und Graphiker Roman Karolczak gestaltet wurde. Dort sind der älteste in Königslutter gefertigte Schablonen-Vervielfältiger aus dem Jahre 1921 und der ab 1948 hergestellte Printo-Hochdrucker, der die höchsten Umsätze brachte, aufgestellt. Auf 4 Schautafein ist in treffenden Fotos und wirksamen Zeichnungen die Entwicklung der Roto-Werke zu erkennen, die auf einer Arbeitsfläche von 6000 qm mit 40 Mitarbeitem begann und unter der zielstrebigen Leitung des Direktors Arthur Schorisch und seiner Nachfolger auf 76 000 qm mit bis zu 900 Werksangehörigen gesteigert werden konnte. Als weltweit bekanntes Untemehmen mit hohem Exportanteil haben die Roto-Werke von 1921 bis 1982 eine entscheidende Rolle im Wirtschaftsleben der Stadt Königslutter gespielt.

Zur Ergänzung des Materials über das Ducksteinbier, das Königslutter im 17. und 18. Jahrhundert berühmt gemacht hat, ist eine weitere Vitrine mit Originalakten aus dem Stadtarchiv gefüllt und darüber ein schönes Farbfoto von Herrn Liestmann mit den alten Brauhäusern Marktstraße 1 und 2 (Stadt- und Jugendhaus und Cafe am Markt) angebracht. Eine andere Tischvitrine zeigt weitere Literatur über die Stadt und eine Zusammenstellung der Bürgermeister der Stadt Könlgslutter in der Nachkriegszeit.

Eine Überraschung bietet die aufgestellte Hochvitrine am anderen Ende des Raumes. Darin ist erstmalig etwas über die Tuchmacherei, die in Königslutter bereits im Mittelalter eine bedeutsame Rolle gespielt hat, zusammengetragen. Anlaß dafür bitdete eine wunderschöne Leinendecke, die Frau Margarete Korge von der Braunschweiger Straße aus altem Familienbesitz dem Museum zur Verfügung stellte. Sie wurde um die Mitte des vorigen Jahrhunderts von dem Leinewebermeister Johann Heinrich Martin Fromme, dessen Geburtsurkunde beigefügt ist, auf einem Handwebstuhl in Stifte Königslutter hergestellt. Sie erinnert daran, daß im 18. und 19. Jahrhundert die Leineweberei neben der Steinhauerei in Oberlutter und Stift Königslutter der wichtigste Erwerbszweig war. 1842 entstand in Königslutter an der Bahnhofstraße eine kleine Tuchfabrik, über die einige in der Hochvitrine ausgelegte Originalakten des Stadtarchivs Auskunft geben.

In der Tıschvitrine daneben liegen Originalakten des Stadtarchivs über das Marktwesen in der Stadt. Die neue Schautafel an der Fensterseite zeigt in eindrucksvollen Farbfotos die Stadtkirche (Innen- und Außenansicht), eine farbige Bauzeichnung aus dem Jahre 1742 mit dem neuen geschweiften Dach des romanischen Turmes und den dazu gehörenden Text.

Da sich das Material in den jetzt in dieser Abteilung vorhandenen 4 Hoch- und 8 Tischvitrinen leicht auswechseln läßt, besteht immer die Möglichkeit, dort etwas Neues zu zeigen. Die Museumsleitung ist für jeden Gegenstand aus Königslutter, der sich dafür eignet, sehr dankbar. Schauen Sie doch bitte einmal nach, ob Sie nicht irgendetwas aus altem Familienbesitz haben, das andere Leute auch gern betrachten würden: Sie brauchen es dem Museum nicht zu schenken, sondem es genügt, wenn Sie es ihm für eine gewisse Zeit, deren Länge Sie selbst bestimmen können, leihweise überlassen. Das Museum wird dann dafür sorgen, daß es gut sichtbar ausgestellt wird, damit sich möglichst viele Museumsbesucher daran erfreuen können. Geeignete Gegenstände werden jeden Freitag in der Zelt von 16.30 bis 18 Uhr im Stadtarchiv (oben im Stadt- und Jugendhaus) gern entgegengenommen.

Heinz Röhr

Veröffentlicht in:
Stadtbüttel der Stadt Königslutter
August 1987  S. 33

 

Erkundungstour in Domstadt - Entdeckerkarte für Königslutter

von Mara Punthöler


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Königslutter. Mit einem neuen Angebot für 2014 - der Entdeckerkarte - können touristische Höhepunkte der Domstadt erkundet werden. Ein Jahr lang haben Kartenbesitzer, ob Touristen oder auch Bürger der Stadt Königslutter und des Landkreises, die Möglichkeit, an öffentlichen Führungen im Kaiserdom, und durch die Stadt teilzunehmen.
Weitere Angebote der Karte sind einmal freier Eintritt und eine kostenlose Führung im Museum für Mechanische Instrumente und wer dann eine Pause braucht, bekommt in einem der teilnehmenden Cafés eine Tasse Kaffee ausgeschenkt. Im Geopark-Informationszentrum wartet auf den Besitzer der Entdeckerkarte ein kostenloses Erlebnispfad-Begleitheft. „Dort kann man sich einen Pfad im Elm-Harzvorland aussuchen, der schon immer mal erkundet werden wollte“, betont Britta Edelmann, Leiterin des Museums für Mechanische Instrumente. „Ich bin sicher, dass die Entdeckerkarte auf großen Zuspruch stößt und von vielen Touristen und auch von Bürgern unserer Stadt genutzt wird“, so Bürgermeister Alexander Hoppe, der sich über das neue touristische Angebot, das in enger Zusammenarbeit der vier großen Institutionen - Stadt, Kaiserdom, Museen und Geopark - entstanden ist, freut.
Die Kombikarte ist ein Marketinginstrument, um die Verweildauer der Gäste zu erhöhen. „Wir möchten unsere Gäste auch zum Wiederkommen animieren“, betont Gundula Joecks von der Stadt Königslutter. Die Entdeckerkarte soll außerdem als Instrument zur Besucherlenkung dienen. Ein Tourist, der beispielsweise den Kaiserdom besichtigt, soll auch auf die Sehenswürdigkeiten am Marktplatz hingewiesen werden. „So sollen die beiden touristischen ,Inseln‘ Marktplatz und Kaiserdom stärker miteinander verbunden werden“, erklärt Joecks. Ein weiteres Highlight ist im Flyer zur Entdeckerkarte versteckt: „Wir haben im Flyer weitere acht Punkte aufgenommen, die in der näheren Umgebung entdeckt werden können“, verrät Norbert Funke vom Kulturmanagement Kaiserdom bei der Vorstellung der Karte. Weitere Informationen rund um die Entdeckerkarte gibt es im „Stadtführer Königslutter“, eine Broschüre, die es gratis beim Kauf der Karte gibt. Die Entdeckerkarte ist in der Tourist-Information im Rathaus, der Buchhandlung Kolbe, im Museum Mechanischer Musikinstrumente, im Geopark-Informationszentrum sowie im Café am Markt, im Domcafé und im Café Klose erhältlich.
Auch in Helmstedt ist sie in der Tourist-Information, Markt 7/8, zu bekommen.


Veröffentlicht in:
Helmstedter Sonntag  08.12.2013  S. 6


Der Kaiserdom macht weiter Schule

Außerschulischer Lernort in Königslutter bietet neue Erfahrungen in alten Gemäuern
Der Kaiserdom macht weiter Schule
Das Angebot der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz (SBK):„Außerschulischer Lernort Kaiserdom" wird gern angenommen und erweist sich als kompetente Ergänzung zum normalen Unterricht in den Klassenräumen. Es finden in dem Königslutteraner Gotteshaus u. a. Workshops zu Religionen, Kunstgeschichte, Biologie und Malerei sowie Angebote für Kindergärten und Konzerte statt.
Königslutter (cg). Zu den Höhepunkten des Jahres zählen die klassischen Konzerte, die von Schülern moderiert werden. Am vergangenen Dienstag gastierte das 32-köpfige Ensemble „Camerata Instrumentale“ aus Berlin im Dom. Es dirigierte Königslutters Propsteikantor Matthias Wengler Ludwig van Beethovens Sinfonie Nr. 7. Die Begrüßung der 250 Jugendlichen aus den zehnten bis zwölften Klassen und der Mitglieder des Kammermusik-Orchesters nahm der SBK-Beauftragte Mathias Metzner vor.
Zwischen den einzelnen Sätzen kamen die Schulklassen mit Erläuterungen zur Musik und zur Person des Komponisten zum Einsatz. So berichteten sie beispielsweise, dass dieses Werk erstmals am 8. Dezember 1813 in Wien aufgeführt worden war. Alle Kenntnisse darüber hatten sie im Musikunterricht in den Gymnasien erarbeitet. Beteiligt waren neben dem Julianum Helmstedt mit der Koordinatorin Angela Heinemann auch das Helmstedter Gymnasium am Bötschenberg, die Gymnasien aus Wolfenbüttel, die Waldorfschule Braunschweig und das Otto-Hahn-Gymnasium aus Gifhorn mit dem Pädagogen Martin Peter. Er zeigte sich begeistert von der Idee und der hochrangigen Ausführung des Projektes. Alle Gruppen wurden durch ihre Musiklehrer begleitet.
Beethovens Musik war von der „Camerata Instrumentale" und Matthias Wengler bereits am 5. Januar im Dom während des Neujahrskonzertes 2013 geboten worden.

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Das Konzert im Kaiserdom mit dem Berliner Kammerorchester wurde von
Schülern moderiert (v. l.): Anton Schumäker, Malte Lemke, Piet Schmidt
und Allida Steinkamp mit Dirigent Matthias Wengler    Foto: Gantz


Veröffentlicht in:

Stadtspiegel für Landkreise Helmstedt, Wolfenbüttel und Umgebung
21. Jg.  12.01.2013 1/13  S. 5

 



Heinz Röhr: "Das Modell der Schleifkunst von Herzog Julius im Kaiserdommuseum"

Gleitkunst (1575)

 

Das Modell der „Schleifkunst” von Herzog Julius im Kaiserdom - Museum

Zu den interessantesten Schaustücken im Kaiserdom -Museum gehört das Modell der „Schleifkunst" von Herzog Julius, das nach Anregung von Wolfgang Itter die Kreisberufsschule in Helmstedt geschaffen hat. Die zeichnerische Vorlage dafür entdeckte ich 1958 in dem bis dahin unbekannten „Instrumentenbuch des Herzogs Julius” aus dem Jahre 1575 im Niedersächsischen Staatsarchiv in Wolfenbüttel.

Da der von 1568 bis 1589 regierende Herzog Julius von Braunschweig nach der starken Zerstörung seiner Residenzstadt Wolfenbüttel im Schmalkaldischen Krieg seine Hauptstadt schnell wieder aufbauen wollte, war er bestrebt, dafür Steine aus dem Elm auf möglichst billige Art und Weise zu beschaffen. So kam er auf den Gedanken, die Kalksteine mit Hilfe einer „Gleitkunst” von den Steinbrüchen des Elms hinunter zur Altenau und von dort auf diesem Flüßchen und über die Oker nach Wolfenbüttel transportieren zu lassen.
Als geeigneten Steinbruch wählte der Herzog dafür die Kneitlinger Kuhle aus, die sich bereits im Besitz des Herzoghauses befand. Neben einem großen Steinbruch plante er dort geräumige Unterkünfte für die Steinbruchsarbeiter, Schuppen zum Lagern der gebrochenen Steine und Werkstätten, um die Steine „am gröbsten behauen zu können". Er dachte auch an die Einrichtung von Pferdeställen, einer Hufschmiede, eines Kruges und eines Backofens, denn der Steinbruchsbetrieb sollte möglichst das ganze Jahr hindurch andauern.
Um die Elmsteine den Berg hinunterzubringen, schlug der Herzog den Bau einer „Schleifkunst” von der Kneitlinger Kuhle bis zur Altenau vor, für die er ein stabiles Holzgerüst vorsah. Zwei flache Holzkisten sollten darauf im Wechsel mit Steinen gefüllt oder leer den Berg hinunter- oder wieder hinaufgeführl werden. Damit die Altenau, die damals sicher wie heute in Schöppenstedt nur ein unbedeutender Bach war, genügend Wasser zum Transport der Kähne mit den Elmkalksteinen erhielte, schlug der Herzog vor, sie in mehreren Stufen aufzustauen. Eine ähnliche „Schleifkunst” war vom Ösel zur Altenau hin vorgesehen. Nach Erreichen der Oker sollten die Elmsteine in südlicher Richtung nach der Residenzstadt Wolfenbüttel geleitet werden.
Die kühnen Pläne des Herzogs Julius, der auch der Erbauer des Juleums in Helmstedt war, sind allerdings niemals Wirklichkeit geworden. Wahrscheinlich scheiterten sie an den zu hohen Kosten der geplanten Anlage. Elmkalksteine zum Wiederaufbau von Wolfenbüttel sind aber in großen Mengen von der Kneitlinger Kuhle nach dort gebracht worden. Aus Elmkalksteinen wurde dort u. a. in den Jahren 1604-23 im Stil der Renaissance die Hauptkirche (Marienkirche) errichtet, die als die erste protestantische Kirche in Deutschland gilt.
Die „Schleifkunst” im Vorraum des Steinmetz - Museums erfreut sich bei jung und alt großer Beliebtheit. Der Kreisberufsschule in Helmstedt gebührt Dank und Anerkennung für das gelungene Werk.

Heinz Röhr

Veröffentlicht in:
Das Moosholzmännchen Nr. 240  Januar 1993  S. 29-30

 

 

Was ist wo im Kaiserdom? - Kinderführer ist jetzt da


Was ist wo im Kaiserdom? - Kinderführer ist jetzt da
„Dieses Vorhaben speziell brannte uns auf den Nägeln“

KÖNIGSLUTTER (mb). „Seit zwei Jahren sind wir dabei, Publikationen für verschiedenes Zielpublikum auf den Markt zu bringen, ein Kinderführer fehlte uns bislang noch“, schildert Norbert Funke - nun gibt es ihn endlich.

„Wir sind damit auch noch nicht am Ende“, erläutert Funke, der die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz vertritt, „aber dieses Vorhaben  speziell brannte uns auf den Nägeln.“ Die Dringlichkeit kommt nicht ganz von ungefähr, schließlich ist der Kaiserdom bereits als außerschulischer Lernort anerkannt. Doch auch ganz normale Besuchergruppen fragen immer wieder gezielt nach Angeboten für
Kinder, bestätigt Funke.
Daher hat die Stiftung nun eine weitere Publikation folgen lassen, die sich speziell an das jüngere Publikum richtet. Unter dem Motto „Was ist Wo?“ werden die Kinder auf Entdeckungsreise durch den Kaiserdom geschickt. Karl-Heinz Volkmann von der verantwortlichen Grafik-Agentur erklärt: „Die Gestaltung orientiert sich einerseits am Corporate Design der Kaiserdom-Produkte seit der 875-Jahr-Feier, richtet sich andererseits durch die besondere Farbigkeit, das Format und das Halsbändchen eindeutig an die jüngere Zielgruppe.“ Durch das Halsbändchen haben die Kinder etwas, „das sie sich als Trophäe an die Wand hängen“ können, meint Volkmann.
Auch inhaltlich haben sich die Verantwortlichen Gedanken gemacht: ..Wir haben das dringelassen, was für Kinder vermittelbar ist und einen Reiz schafft. Wir fragen daher: ,Wo ist das Feuer, wo ist Petrus, wo ist der Löwe, wo sind die Hasen?' Diese Fragen sollen die Kinder dann beantworten - auf der Rückseite ist dann das Bild und die Erklärung." Gedacht ist der Führer für Kinder im Alter von sieben bis elf Jahren, entsprechend sind die Texte kurz und einfach gehalten . „Zwölf Blätter - das ist ungefähr das, was ein Kind in dieser Altersklasse aufnehmen kann“, so Volkmann. Kosten wird der Kinderführer drei Euro.

 

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Der zwölfseitige Kinderführer für den Kaiserdom ist gut für Kinder in der Hand zu halten und fordert
sie zum selbstständigen Erkunden des Gebäudes auf.


Quelle: HELMSTEDTER BLITZ Mittwoch, den 23. Mai 2012  Seite 10

 

 



Vorbereitungsstand Dommuseum 04/1986

Vorbereitungsstand Dommuseum 04/1986
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Nachdem die entsprechenden Zuschüsse bewilligt und der Umbau begonnen hat, ist im Laufe dieses Jahres mit der Eröffnung des „Dom-Museums“ in dem Gebäude der ehemaligen Steinmetzschule zu rechnen. Es wird unter der Leitung von Herrn Dr. Römer vom Landesmuseum Braunschweig stehen. Das Stadtarchiv wird dafür reichhaltiges Material liefern, besonders für die Abteilung, die der Darstellung der Stadtgeschichte gewidmet ist. Da wechselnde Ausstellungen vorgesehen sind, wird es dabei häufig Gelegenheit haben, interessante Akten weiten Kreisen der Bevölkerung zu zeigen.
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Königslutter, im April 1986
W. Kraus"

Auszug aus Jahresbericht 1985 des Stadtarchivs Königslutter
veröffentlicht im Stadtbüttel Juni 1986  S.24

 

 

 

Einfügung:

 

Mit einer Festveranstaltung eröffnete der Verein "Stift und Stadt Königslutter" am 30.08.1986 das von ihm und der Stadt Königslutter getragene Kaiserdom-Museum. In seiner Festrede betonte der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kunst, Dr. Johann-Tönjes Cassens, dass hier neben dem markanten Baudenkmal eine würdige Dokumentationsstätte entstanden sei.

 


Das Kaiserdom-Museum Königslutter ist in dem Artikel von Christof Römer "Eröffnung des historischen Museums besonderen Typs", veröffentlicht im Mitteilungsblatt Museumsverb. Niedersachsen Bremen  Nr. 31  Seite 39-40 ausführlich dargestellt.

 

Eine solche Unternehmung wie der Aufbau dieses Museums wäre ohne die umfassende Dokumentenrecherche des Stadtarchivars und seines persönlichen Engagements, die tatkräftige Unterstützung vieler Bürger von Königslutter, denen die Geschichte ihrer Stadt am Herzen liegt und die diese auch nicht ausschließlich auf den Kaiserdom beschränkt sehen, sowie die konzeptionelle und fachliche Begleitung durch den damaligen Oberkustos des Braunschweiger Landesmuseums, Herrn Dr. Christof Römer, nicht möglich gewesen.

 

 

Dom-Museum geplant

So fıng es an:


Dom-Museum geplant

Sammelstätte für Urkunden, Fotomaterial und Literatur

Tatkräftig unterstützt wird die Leseraktion der Braunschweiger Zeitung „Rettet das Evangeliar Heinrichs des Löwen“ auch von einigen Bewohnern aus Königslutter. Die „Freundes- und Nachbarschaftsinitiative“ des Gebietes Am Rischbleek hat bereits 1000 Mark überwiesen, denen möglicherweise bald weitere 1000 Mark folgen werden.
Bei allem Optimismus muß die Initiative natürlich auch damit rechnen, daß die Spenden nicht reichen, um das Evangeliar für Braunschweig zu retten. Die Initiative weist ihre Spender für diesen Fall darauf hin, daß das Geld dann benutzt werden soll, um ein Dom-Museum in Königslutter aufzubauen. Denn, so argumentiert die aktive Nachbarschaftshilfe vom Rischbleek, der Dom in Königslutter ist ein nicht minder wertvolles Kulturdenkmal aus dem zwölften Jahrhundert, er ist die Grabeskirche des Vaters, des Großvaters und der Großmutter Heinrichs des Löwen.

 

Die Einrichtung eines Museums entspräche einem wachsenden Bedürfnis der Dombesucher nach weiterer Würdigung dieses großartigen und gediegenen Bauwerkes und seines Stifters sowie nach Information über die vielfältigen historischen und kunsthistorischen Zusammenhänge. Die Arbeit an der Realisierung des Museums steht unter dem Motto „Nicht Pracht, nur Wissen". Das bedeutet, das geplante Museum soll mehr ein Institut werden, in dem Urkunden, vergleichendes Fotomaterial und Literatur zur norddeutschen Romanik und zum Leben und Wirken Kaiser Lothars gesammelt werden. Sollte der Plan verwirklicht werden, könnte in Königslutter vielleicht sogar einmal eine Art Forschungsstätte entstehen.


Als Beihilfe zur Realisierung dieses mehr und mehr Gestalt annehmenden Projektes können Spenden auf das Sonderkonto „Dom-Museum Königslutter“, das vom Verein „Stift und Stadt" auf Wunsch der Nachbarschaftsinitiative eingerichtet worden ist, bei der Norddeutschen Landesbank (Kontonummer 7031032) eingezahlt werden.



Braunschweiger Zeitung vom 12.11.1983