FABL-Exkursion Belgien 2015

Bruessel Atomium (FABL-Exkursion 2015)
Bruessel Atomium (FABL-Exkursion 2015)

 

Nähere Informationen sind unter http://www.fabl.de/exkursionen.htm zu finden.

 

Ausstellungsdämmerung! Die Landesausstellung "Roms vergessener Feldzug. Die Schlacht am Harzhorn"

Die Erarbeitung der Landesaustellung zu der bedeutenden Fundstelle der römisch-germanischen Schlacht am Harzhorn ist in vollem Gange. Am 07.02.2013 schilderte Wolf-Dieter Steinmetz das "Making of" eines derartigen internationalen Projektes.

 

Begleitende Bemerkungen zur kommenden Ausstellung "Roms vergessener Feldzug" (ab September 2013 im Braunschweigischen Landesmuseum) sind auch zu finden unter:

http://www.zeitwanderer.de/mythos_und_logos/regionalgeschichte/2013/seiten/germanen02.html

http://www.roemerschlachtamharzhorn.de

 

 

 

Gastvortrag Dr. Michael Geschwinde am 25.02.2015 (Archäologie am Mittwoch in der Kanzlei)

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Kleiner Flieger liefert Fotos vom Grabungsgelände

Karl Schmidt (Mitte) mit dem Fluggerät, auf dem eine Kamera installiert ist. Daneben Regine und Wolf-Dieter Steimetz. Foto: B. Meyer
Karl Schmidt (Mitte) mit dem Fluggerät, auf dem eine Kamera installiert ist. Daneben Regine und Wolf-Dieter Steimetz. Foto: B. Meyer


Unterstützung für die Archäologen
Göddeckenrode (bum): Das Grabungsteam an der jungbronzezeitlichen Burganlage bei Göddeckenrode erhielt jetzt Unterstützung aus der Luft. Karl Schmidt aus Achim ließ seinen Multicopter, ein Fluggerät, über das archäologische Grabungsgelände der Wehranlage fliegen und machte damit Luftbildaufnahmen. „Eine gute Ergänzung zu unseren anderen Dokumentationen“, erklärte der Archäologe Wolf-Dieter Steinmetz. Schmidt baute den kleinen Flieger mit vier Propellern im Jahre 2012. „Die Nutzlast beträgt 500 Gramm“, informierte der Fachmann und Tüftler über seine Flugmaschine, die 15 Minuten lang fliegen kann.

Veröffentlicht in:
Halberstädter Tageblatt vom 12.08.2013
Foto: Bernd Uwe Meyer

Grabungsteam findet 3200 Jahre alte Bronzegussform

Archäologie sieht Beweis, dass in der Jungbronzezeit auf Wehranlage bei Göddeckenrode Bronze gegossen wurde

Von Bernd-Uwe Meyer
Göddeckenrode. „Unser Helfer Reinhard Laskowski hat heute etwas ganz Besonderes gefunden“, berichtete Bärbel-Regine Steinmetz am Sonntag erfreut. Steinmetz ist Vorsitzende der Freunde der Archäologie im Braunschweiger Land, die seit 2006 nahe Göddeckerode auf dem Gelände einer jungbronzezeitlichen Wehranlage graben.
In einem Graben, der zur ersten befestigten Burganlage aus der Zeit um 1200 vor Christus gehört, lag etwa zwei Meter unter der Erdoberfläche eine steinerne Bronzegussform. „Gussformen aus Ton gibt es in Europa häufiger, aus Stein sind sie sehr selten“, betonte der Archäologe Wolf-Dieter Steinmetz, der sich ebenfalls riesig freute. Begeistert zeigte der Archäologe auf die erkennbaren Ringe und kleine Einguss-Öffnung für den Bronzeguss.
Der herausragende Fund ist eine Gussform für Ringschmuck oder eine Ringnadel gewesen. Mit derartigen Nadeln haben die Menschen vor etwa 3200 Jahren, ähnlich wie mit einer Fibel, ihre Kleidung zusammengehalten. Der Restaurator Sven Spantikow wird im Museum „Archäologie in der Kanzlei“ in Wolfenbüttel unter einem hochwertigen Mikroskop vorsichtig Schicht für Schicht abtragen und den seltenen Fund reinigen. „Vielleicht befinden sich noch Bronzereste in der Gussform“, hofft Grabungsleiter Steinmetz.
Nicht weit vom Fundort ist eine rötliche Brandstelle im Erdboden erkennbar. Hier könnte sich ein Rennofen, also eine Vorrichtung zum Gewinnen von Eisen aus aus Eisenerz, befunden haben. Deshalb muss diese Stelle noch näher erforscht werden.
Bald werden auch die Reste der im vergangenen Herbst entdeckten Torkonstruktion untersucht. „Wir haben große Hoffnungen, dass weitere außergewöhnliche Funde ans Tageslicht kommen“, betonte der Grabungschef, als er nach seinen Worten einen der „tollsten Funde, die im Laufe der Grabung ans Tageslicht kamen“, mehreren Helfern zeigt.
In den vergangenen Jahren fanden die Ehrenamtlichen einige Bronzereste. „Sie lagen hauptsächlich am Kultstein“, erklärte Wolf-Dieter Steinmetz. Seit Sonntag gibt es den sicheren Beweis, dass auf dieser Wehranlage Bronze gegossen worden ist. Von ähnlichen Gussformen aus Stein sind aus ganz Norddeutschlang nur wenige Exemplare bekannt. Eine davon haben Archäologen auf dem nicht weit entfernten Gelände vor der Hünenburg bei Watenstedt geborgen.
Die erste befestigte Anlage gab es bei Göddeckenrode/Isingerode vom 12. bis 10. Jahrhundert vor Christi in der jüngeren Bronzezeit. Nach zwei Zerstörungen durch Feuer errichteten die Bewohner um 900 vor Christus erneut eine Burg. Es erfolgten wieder zwei gewaltige Feuer-Zerstörungen.
Während der frühen Eisenzeit (7. / frühes 6. Jahrhundert vor Christi) bauten die Menschen eine vollkommen neue Wehranlage. Ohne erkennbaren Grund endet die Besiedlung in der ersten Hälfte des 6. Jahrhunderts vor Christi. Nach einer weiteren Siedlungsunterbrechung entstand etwa 20 vor bis 20 nach Christus eine Grenzburg der Hermunduren.


Veröffentlicht in:
Halberstädter Tageblatt vom 25.06.2013 (Foto: Bernd-Uwe Meyer)


Man lernt das Land neu kennen

Exkursion „Germanen im Braunschweiger Land“ begeisterte:
„Man lernt das Land neu kennen“
Zu einer informativen Exkursion „Germanen im Braunschweiger Land“ hatten die Freunde der Archäologie im Braunschweiger Land eingeladen. Vorsitzende Bärbel-Regine Steinmetz und der Archäologe Wolf-Dieter Steinmetz begrüßten 50 Interessierte.
In Gielde am „Hetelberg“ informierte der Archäologe über die Siedlung der römischen Kaiserzeit und Merowingerzeit (1. bis 7. Jh. n. Chr.), den Eisen-Verhüttungsplatz und weitere Fundorte.
Zu weiteren interessanten Stationen gehörte der „Erbbrink“ am südlichen Dorfrand von Seinstedt. Hier hat Dr. Franz Niquet zwei kleine Gebäude aus dem 1. bis 2. Jahrhundert nachgewiesen. Die germanische Siedlung auf einer langgestreckten Bodenwelle parallel zum „Großen Bruch“ bestand in den ersten vier Jahrhunderten nach Christus.
Auf dem „Erbbrink“ fanden die Forscher Keramik von Freihand und Drehscheibenware. An Haustieren wurden hier am Rande des „Großen Bruchs“ das Rind, Schwein, Schaf, Ziege, Pferd und Hund nachgewiesen. „Oft lebten die Germanen in Einzelgehöften, sonst in drei bis vier Gehöften mit 60 bis 80 Menschen“, beantwortete Archäologe Steinmetz eine Frage. „Man lernt das Land neu kennen, alles ist interessant und wunderbar“, betonte Anton Seidl aus Linden während der Exkursion. „Sehr spannend. Man sieht die Heimat mit ganz anderen Augen“, hob Ingeborg Bolluk, Groß Denkte, hervor.

 

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Spannend ging es oberhalb von Isingerode am Rande der jungbronzezeitlichen Wehranlage weiter. „Heute interessiert uns hier die Germanenzeit“, erklärte W.-D. Steinmetz. Nach einer längeren Siedlungsunterbrechung wurde die Wehranlage erneut ausgebaut. „Germanen der späten Eisenzeit nutzten die verkehrsgeographischen und strategischen Vorteile“, erklärte der Archäologe. Nach seinen Worten sei die genaue Datierung „durch die exzellente Fundlage“ möglich. Diese Grenzburg der Hermunduren bestand ungefähr von 30/20 vor bis 10/20 nach Christus. Das Stammesgebiet erstreckte sich um den Ostharz herum. Die germanischen Cherusker siedelten weiter westlich, die Langobarden nördlich. „Unklar ist, ob Grenzstreitigkeiten germanischer Fürsten oder eine Beziehung zu den Römerkriegen der Jahre 12 vor bis 16 nach Christus zum Bau dieser Burg führten“, hob Wolf-Dieter Steinmetz hervor. „Die Exkursion ist sehr spannend. Alles wird gut erklärt“, betonten Heike und Siegbert Berger aus Hornburg. Der Abschluss der gelungenen und sehr interessanten Exkursion fand im Museum „Archäologie in der Kanzlei“ in Wolfenbüttel statt.

Bernd-Uwe Meyer


Veröffentlicht in:
Wolfenbütteler Schaufenster  Nr. 6a/35.Jg.  Mittwoch, den 13.02.2013  S.4

 

 

Eine außergewöhnliche Frau! Steinzeitfunde von der Königspfalz Werla

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Neue Sonderausstellung ist informativ, übersichtlich und gelungen:
Steinzeitfunde von der Königspfalz
Wolfenbüttel. Die Sonderausstellung „Eine außergewöhnliche Frau! Steinzeitfunde von der Königsptalz Werla“ wurde am Freitag zu später Stunde im Museum „Archäologie in der Kanzlei" in Wolfenbüttel eröffnet. Die Direktorin des Braunschweigischen Landesmuseums, Dr. Heike Pöppelmann, begrüßte am Eröffnungsabend zahlreiche Gäste. Sie dankte dem Archäologen Wolf - Dieter Steinmetz und seinem Team für die gründlichen Vorbereitungen und den Aufbau dieser gelungenen Sonderausstellung. Alle am Aufbau Beteiligten haben sehr gute Arbeit geleistet; denn die Ausstellung mit ihren übersichtlich angeordneten Steinzeitfunden wurde sehr gut konzipiert. Große Schautafeln mit verständlichen Erläuterungen informieren über die bedeutungsvollen Funde.
Der Bezirksarchäologe Dr. Michael Geschwinde („Was ist das für eine Frau?“), Museumsleiter W.-D. Steinmetz und die betreuende Osteologin und Anthropologin Dr. Silke Grefen-Peters informierten vor einem Rundgang alle Besucher über die ungewöhnlichen Funde. lm September 2010 stießen Studenten des Historischen Seminars der Universität Braunschweig unter der Leitung von Dr. Geschwinde bei der Freilegung eines mittelalterlichen Gebäudes auf einen sehr bedeutungsvollen und ungewöhnlichen Fund, zu dem u. a. große Amphoren und Henkelkrüge der „Baalberger Kulturgruppe“ (1. Hälfte 4. Jahrtausend v. Chr.) gehören. Plötzlich entdeckten die Ausgräber am Westrand der untersuchten Grube ein vollständiges Skelett. Hierbei handelt es sich um eine etwa 1,50 m große Frau, die in ihren Armen ein drei bis vier Jahre altes Kleinkind hielt. Ihr Alter wird bisher auf 40 bis 55 Jahre geschätzt. Silke Grefen - Peters informierte: „Es ist eine außergewöhnliche Bestattung in gestreckter Rückenlage. Es gibt viele Rätsel. Wir rnüssen herausfinden, weshalb so viele Gefäße dabei sind, ob es die Mutter oder Großmutter ist und was den Tod der beiden Personen verursachte."
Laufende Forschungen sollen offene Fragen und Geheimnisse klären. Das außergewöhnliche Frauengrab aus der Zeit zwischen 3900 und 3500 v. Chr. befand sich „offenbar inmitten eines Siedlungsareals“ an der Grenzlinie größerer Kulturregionen.
Zum Schluss, nach der gelungenen Eröffnungsveranstaltung, luden FABL- Helfer (Freunde der Archäologie im Braunschweiger Land) mit ihrer Vorsitzenden Bärbel Regine - Steinmetz zu einem Umtrunk ein. Die Öffnungszeiten in der Kanzleistraße 3 (Archäologie in der Kanzlei): Mi., Do. und So. 10 bis 17 Uhr sowie Di. und Fr. 10 bis 13 Uhr. Mo. und Sa. geschlossen. Tageskarte/ermäßigt 4 Euro/3 Euro. Kinder (6-14Jahre): 2 Euro. „Ein Ende dieser Ausstellung wurde noch nicht festgelegt“, informierten Heike Poppelmann und Wolf - Dieter Steinmetz. Sie kann mindestens ein halbes Jahr lang angesehen werden. Ein Museumsbesuch lohnt sich.     bum

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Veröffentlicht in:
Wolfenbütteler Schaufenster  vom 09.12.12

FABL-Event in Isingerode

Foto aus Wolfenbütteler Schaufenster Nr. 31a / 34.Jg. 01.08.2012
Foto aus Wolfenbütteler Schaufenster Nr. 31a / 34.Jg. 01.08.2012

 

lsingerode. Bei lsingerode wird im Bereich einer jungbronzezeitlichen Wehranlage geforscht. Helfer
der Freunde der Archäologie im Braunschweiger Land (FABL) mit Vorsitzender Bärbel-Regine
Steinmetz und dem Archäologen Wolf-Dieter Steinmetz graben in diesem Jahr an den
Wochenenden unregelmäßig. Spannend wurde es an einer Stelle, die der Restaurator Sven
Spantikow mit Helfern untersuchte. Hier kamen mehrere Bruchstücke von unterschiedlichen
Haushaltsgefäßen ans Tageslicht. lm Erdboden befinden sich dort Rinder-Langknochen. Davor liegt
ein Unterkiefer vom Schwein. Die Anthropologin Dr. Silke Greven-Peters untersuchte diesen beson-
deren Fund. „Diese Knochen wurden von den Menschen als Kulthandlung für die Götter niederge-
legt“, erklärte Wolf-Dieter Steinmetz. Der bedeutungsvolle kultische Fund wird mit einer
Gipsschicht als Block geborgen und ins Museum nach Wolfenbüttel gebracht. Dort werden die
Knochen konserviert.

Quelle: Wolfenbütteler Schaufenster Nr. 31a / 34. Jahrgang  01.08.2012

 



Gelungener Flohmarkt im Museum Archäologie in der Kanzlei am 30.11.12

Flohmarkt im Museum Archaeologie in der Kanzlei Wolfenbüttel

Gelungener Flohmarkt im Museum
Wolfenbüttel. Einen reichhaltig bestückten Flohmarkt veranstalteten am Freitag die „Freunde der Archäologie im Braunschweiger Land“ (FABL) im Museum an der Kanzleistraße. Besucher aus dem gesamten Landkreis und anderen Orten erwarben u. a. Schalen, Stofftiere, Bücher und Weihnachtsschmuck. Der Erlös wird für die Grabungen der jungbronzezeitlichen Wehranlage bei Isingerode verwendet. „Wir benötigen neue Planen zum Abdecken der Funde und Spitzkellen, weil die sich schnell abnutzen“, erklärte Vorsitzende Bärbel-Regine Steinmetz, die den zahlreichen Besuchern dankt.

B.-U.M./Foto: Bernd-Uwe Meyer

 

Wolfenbüttel in der Vorweihnachtszeit 2012

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Der ehemalige Wolfenbütteler Bibliotheksdirektor Professor Paul Raabe wird heute 75 Jahre alt

Ein Geistesleben voller Neuanfänge
Der ehemalige Wolfenbütteler Bibliotheksdirektor Professor Paul Raabe wird heute 75 Jahre alt

Von Andreas Berger
Ein Mann von der Energie Paul Raabes muss schon zweimal in den Ruhestand gehen, bevor er sich wirklich die Zeit nimmt, sein eigenes Leben zu leben. Was aber, so deutet sich in unserem Gespräch aus Anlass seines heutigen 75. Geburtstags schon an, ohnehin wieder in wissenschaftlicher Arbeit bestehen würde, in kleinen Aufsätzen zu verstreuten Themen, die er wegen seiner umfassenden beruflichen Bindungen hat liegen lassen.
Als Professor Raabe 1992 zum ersten Mal in den Ruhestand ging, konnte er als Direktor der Wolfenbütteler Herzog-August-Bibliothek bereits auf eine ansehnliche Lebensleistung zurückblicken. Dank seiner Initiative wurde die einst von Lessing geleitete Bibliothek seit 1968 zu einer internationalen Forschungsstätte für die europäische Kulturgeschichte der Neuzeit ausgebaut. Als eine der fünf deutschen Nationalbibliotheken wuchs sie zu einer kleinen „Republik des Geistes“, die er später unter dem Zonenrand-Spitznamen „Bibliosibirsk oder Mitten in Deutschland“ im Buch beschrieb.

Aufbauarbeit in Halle

Der mit dem Großen Bundesverdienstkreuz, der Ehrendoktorwürde der TU Braunschweig, der Universitäten von Krakau und Halle sowie der Ehrenbürgerwürde Wolfenbüttels urıd, ganz neu, Halles ausgezeichnete Offizier des Pariser Ordre du Mérite hat sich aber noch ein zweites Mal zu einer eindrucksvollen Aufbauleistung angespornt. Als (ehrenamtlicher) Direktor der Franckeschen Stiftungen in Halle an der Saale besorgte er nach der Wende, die er kritisch als „Vereinigung zweier entfremdeter deutscher Staaten“ bezeichnet sehen will, dass dieses von einem pietistischen Unternehmer gegründete Ensemble aus kulturellen und sozialen Einrichtungen nicht zerfiel.
100 Millionen Mark sammelte er dafür in zehn Jahren, bei Bund und Stadt, Land Sachsen-Anhalt, Sponsoren und Mitgliedern des von ihm gegründeten „Freundeskreises der Franckeschen Stiftungen“. Und musste mit ansehen, wie ihm die Treuhand gerade die finanzstarken Bestandteile wie Landwirtschaft und Apotheke ausverkaufte. Trotzdem konnte er 2000, als er auf Hans-Dietrich Genschers Platz als Kuratoriumsvorsitzender der Stiftungen wechselte und damit in den zweiten Ruhestand ging, das weitläufige historische Ensemble saniert hinterlassen. Die drei Säulen der Stiftung sind wieder intakt: die Wissenschaft mit Fakultäten der Luther-Universität; die Kultur mit eigenem Veranstaltungszentrum; das Soziale mit drei Schulen, Kindergarten, einem Bauhof für arbeitslose Jugendliche. 500 Mitarbeiter, dazu 3000 junge Leute beschäftigen die Stiftungen.
Die Zeit in Halle, über die sein jüngstes Buch „In Franckes Fußstapfen“ reflektiert, hat den Büchermenschen Raabe verändert. Die Studienjahre an der Hamburger Universität galten den deutschen Klassikern und endeten mit der Promotion über Briefe Hölderlins. Im Literaturarchiv Marbach bearbeitete er vor allem die Expressionisten. Er reiste viel und traf im Exil Max Brod und Oskar Maria Graf, die Witwen von Hasenclever, Sternheim und Benn, gab Alfred Kubins Zeichnungen heraus. Und in Wolfenbüttel wurden Aufklärung und Barock wie natürlich sein Thema. „Das waren die Jahre im Elfenbeinturm, aber in Halle trat die soziale Wirklichkeit an mich heran", erzählt er.

Stete Selbstausbildung

Thierses Wort, dass die Gesellschaft im Osten zu kippen droht, ist wohl leider richtig", sagt Raabe. „Jeden Tag gehen aus Halle 30 junge Leute weg - immer die besonders tüchtigen.“ Die Wirtschaftskraft sei viel zu gering. „Man hätte damals ein Aufbauministerium einrichten müssen.“ In der Freizeitindustrie und im Kultursektor sieht Raabe dagegen für den Osten große Chancen. „Ich habe daher jetzt für den Bundeskulturbeauftragten ein Blaubuch mit den kulturellen Leuchttürmen der neuen Bundesländer erstellt.“
Die gegenwärtige Spaßgesellschaft, die Verflachung in den Medien ist für einen Mann wie Raabe, der in aufklärerischer Tradition die stete Selbstausbildung übte, alarmierend. „Der Fachkräftemangel ist die direkte Folge davon.“ Der gebürtige Oldenburger hatte, weil die früh verwitwete Mutter wenig Geld hatte, zunächst eine Bibliotheksausbildung gemacht und arbeitete während seines Studiums in Hamburg weiter 48 Stunden wöchentlich irı der Oldenburger Bücherei (wo er auch seine spätere Frau Margarethe ausbildete). Dieser Leistungswille, dieser Mut zum Aufbruch sei jetzt leider wenig verbreitet. „Ich habe meinem Leben immer wieder neue Anfänge gegeben“, resümiert Paul Raabe.
Wenn er jetzt, nach 15 Jahren, endlich seine Pflicht gegenüber einem dänischen Freund erfüllt und seinen Teil des Briefwechsels Hans Christian Andersens mit einer Oldenburger Leserin herausgibt, kehrt er gewissermaßen an seinen Ursprung zurück. Aber das expressionistische Feuer aus Marbacher Tagen flackert auch noch: „Über diese Lebensphase müsste ich eigentlich auch noch ein Buch schreiben.“

Professor Paul Raabe in seiner Wolfenbütteler Wohnung.    Foto: Klaus Lehmann

Quelle: Braunschweiger Zeitung,  Donnerstag, 21. Februar 2002

Neues aus der Unterwelt der Kasematten von Wolfenbüttel

Tag der offenen Tür im Seeliger Park:
Blick in die freigelegten Kasematten

Wolfenbüttel. Der Festungskreis der AG Altstadt lädt ein für Samstag, 10. Mai, 11 bis 15 Uhr unter dem Motto: „Neues aus der Unterwelt“.
Von Winterschlaf kann auch diesmal wieder keine Rede sein. Der Festungskreis der Aktionsgemeinschaft Altstadt Wolfenbüttel hat während der vergangenen Monate die lange Kasematte Nr. 2 unter der Seeliger Villa so vertieft,  dass das ursprüngliche, vor rund 400 Jahren angelegte Höhenniveau erreicht worden ist. Am Samstag hat die Öffentlichkeit Gelegenheit, alle drei Kasematten zu besichtigen. Der Eintritt ist frei. Die Schwelle der Tür von Kasematte 2 nach 3 hat das Arbeitsniveau bestimmt, was jetzt mit Bagger und Schaufel  nachvollzogen worden ist. Zusätzlich ist die zugeschüttete Front am Ende der Kasematte 2 mit einer stabilen Holz-Barriere gegen herab rieselndes Gestein gesichert worden. Jedermann ist eingeladen,  die erweiterten Freilegungs-  und Sicherungsarbeiten anzusehen. Natürlich werden von den ehrenamtlichen Festungsforschern  auch Erläuterungen zur Funktion und Geschichte der Bastionen  Wolfenbüttels mit ihren unterirdischen Anlagen, ganz allgemein  „Kasematten“ genannt, gegeben. Eine stabile Holzwand schließt seit einigen Wochen die Kasematte 2 nach Osten ab.


Veröffentlicht in:
Wolfenbütteler Schaufenster
Ausgabe vom 04.05.2014 S. 13

 

1000 Erstsemesterstudierende auf dem Campus Wolfenbüttel in der Ostfalia begrüßt

Bei der Begrüßung der Erstsemester in der Lindenhalle.  Foto: Ostfalia

Großer Andrang auf dem Campus Wolfenbüttel:
1000 Erstsemesterstudierende in der Ostfalia begrüßt

Wolfenbüttel. Die Ostfalia hatte für vergangenen Montag die Erstsemesterstudierenden am Campus Wolfenbüttel in die Lindenhalle eingeladen, um gemeinsam mit ihnen das Studium zu beginnen. Zum Vorlesungsbeginn am 23. September studieren dann 5.300 junge Menschen in Wolfenbüttel, an allen vier Standorten sind es über 12.000. Als Vertreterin des Präsidiums begrüßte Prof. Dr. Rosemarie Karger, Vizepräsidentin für Forschung, Entwicklung und Technologietransfer, die neuen Studierenden. „Zögern Sie nicht, die Professorinnen, Professoren oder Lehrkräfte bei Fragen, Problemen oder Verbesserungswünschen anzusprechen. Viele kommen erst, wenn das „Kind in den Brunnen gefallen ist“. Fragen kostet wirklich nichts außer Zeit, kann aber auf neue, bessere Wege führen“.
Auch Heinz-Rainer Bosse, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Wolfenbüttel, kam in die Lindenhalle, um mit persönlichen Grußworten die Erstsemesterstudierenden willkommen zu heißen. Dabei wies er auf das Serviceangebot der Stadt Wolfenbüttel hin: Das Begrüßungsgeld für Ostfalia-Studierende in Höhe von 250 Euro bekommen zum Beispiel all diejenigen, die ihren Wohnsitz für die Zeit des Studiums nach Wolfenbüttel verlegen.
Nach dem Grußwort von Bosse verlieh die Bredex GmbH ein Stipendium in Höhe von 3.000 Euro an den Informatik-Studenten Yasar lsik. Überreicht wurde diese Auszeichnung für herausragende Studienleistungen durch den Geschäftsführer des Unternehmens, Achim Lörke. Der chinesische Austauschstudent Zhenwei Miao, der im Juni 2013 seinen Master an der Fakultät Maschinenbau erworben hatte, wurde für seine hervorragenden Leistungen mit einen Stipendium des DAAD (Deutscher-Akademischer Ausstauschdienst) ausgezeichnet. Dieser Preis ist mit 1000 Euro dotiert.
Der offizielle Teil endete mit einem Vortrag der Ostfalia-Absolventin Dipl.-lng. (FH) Sina Ciesielski. Sie berichtete den Gästen der Erstsemesterbegrüßung von ihren persönlichen Erfahrungen auf dem Weg von der Schulbank ins Berufsleben, bevor der Allgemeine Studierendenausschuss das Programm der so genannten „Erstsemesterwoche“ vorstellte. In dieser Woche erwartet die „Neuen“ u. a. neben einer Stadtführung durch Wolfenbüttel, ein Kennenlern-Grillen auf dem Campus sowie eine Bafög-Beratung
und die Vorstellung des Hochschulsports.


Veröffentlicht in:
Wolfenbütteler Schaufenster Nr. 37a / 35. Jg  vom 18. September 2013 Seite 6


Einfügung:
Alle vier Standorte der Ostfalia sind in Ostfalen, einer Region des alten Sachsenlandes zwischen Weser, Lüneburger Heide, Elbe und Harz angesiedelt.

LINK: http://www.ostfalia.de/cms/de/gaeste/portrait.html

 



Radtouren des ADFC Wolfenbüttel für das 1. HJ 2013

Radtouren-Kalender für das erste Halbjahr erschienen:
Radtouren des ADFC von März bis Juni
Wolfenbüttel. Seinen neuen „Radtouren-Kalender“ für das erste Halbjahr 2013 hat der Kreisverband Wolfenbüttel des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) jetzt der Öffentlichkeit vorgestellt.
Damit bietet der ADFC Wolfenbüttel in den kommenden Monaten wieder allen Radlerinnen und Radlern aus Wolfenbüttel und Umgebung ein umfang- und abwechslungsreiches Programm für gemeinschaftliche Ausflüge und zur umweltfreundlichen Naherholung mit dem Fahrrad an. Dabei reicht das Angebot des ADFC von kurzen und leichten Touren in und um Wolfenbüttel, wie zum Beispiel eine „Kirchentour rund um Wolfenbüttel“ am 4. Mai über eine „Rundtour zum Salzgitter-Stichkanal“ am 13. April oder eine „Rundtour um Braunschweig“ am 11. Mai bis hin zu Mountainbike-Touren zum Beispiel in der Asse oder im Harz.
Einer der Höhepunkte im Programm ist sicherlich wieder die inzwischen schon traditionelle „Nachtfahrt“ des ADFC Wolfenbüttel unter dem Motto „Im Dunkeln ist gut munkeln“. Diese findet in einer der kürzesten Nächte des Jahres vom 22. auf den 23. Juni statt.
Der neue „Radtouren-Kalender“ des ADFC ist ab sofort erhältlich im „Zentrum für Umwelt und Mobilität“ (Z/U/M/) am Stadtmarkt 11 sowie auf den lntemet-Seiten des ADFC unter www.adfc-wf.de.

Veröffentlicht in:
Wolfenbütteler Schaufenster Ausgabe 8/35. Jg. Wolfenbüttel und Umgebung vom 24. Februar 2013


Verein Kulturstadt - Themenjahr Staatsbahn

Aufbruch in die Moderne
Wolfenbüttel. Als am 1. Dezember 1838 die Eisenbahnverbindung von Braunschweig nach Wolfenbüttel als erste Deutsche Staatsbahn dem Verkehr übergeben wurde, war dies ein sichtbares Zeichen großer Entwicklungen in Wirtschaft und Wissenschaft - der Aufbruch in die Moderne. Damit erfolgte in dieser Region die sukzessive Ablösung vorrangig manueller Wirtschaftsweisen durch maschinelle Fertigungsverfahren und industriell geprägte Strukturen, die im Laufe der Zeit auch im Handwerk, Handel, in der Landwirtschaft und in den neu entstehenden Fabriken Einzug hielten. So bildete sich in unserer Region der Schwerpunkt der deutschen Zuckerindustrie heraus, und es wurden Fabriken zum Beispiel zur Konservenproduktion gegründet, um den einheimischen Spargel zu verarbeiten.
Das 175. Jubiläum der ersten Deutschen Staatsbahn nimmt der Verein Kulturstadt Wolfenbüttel zum Anlass, den Aufbruch unserer Region in die Moderne nachzuzeichnen und in einem eigenen Themenjahr auch die vielfältigen Aspekte tiefgreifenden Umbruches, den das industrielle Zeitalter bewirkt hat, einzugehen.
Eröffnet wird das Themenjahr am 12. März in der Herzog August Bibliothek durch den Festvortrag von Florian Rehm, der als direkter Nachfahre der Gründerfamilie Mast in besonderer Weise die Tradition regionalen Unternehmertums verkörpert. lm Frühjahr und Sommer soll mit Werksbesichtigungen in Wolfenbütteler Unternehmen Wirtschaftsgeschichte unserer Region vor Ort erfahren werden. Auch die Rathausvorträge im Herbst widmen sich dem Thema Wirtschaft- und Eisenbahngeschichte. Darüber hinaus werden in den Rathausvorträgen herausragende Persönlichkeiten der Familie Ehrenberg, deren Vertreter auf vielfältigen Gebieten der Wirtschaft und Wissenschaft Pionierleistungen hervorgebracht haben, präsentiert. Ein weiterer Höhepunkt des Themenjahres bildet das historische Bahnhofsfest am 17. und 18. August, in dem mit unterschiedlichen Facetten an das Ereignis von 1838 angeknüpft wird. Auch Musik und Musikgeschichte hat auch in diesem Themenjahr seinen festen Platz.
Als besonderes musikalisches Ereignis, das auf das 400. Todesjahr von Herzog Heinrich Julius Bezug nimmt, steht die Aufführung der Trauermusik für Heinrich Julius am 3. November in der Hauptkirche auf dem Programm. Dazu passt, dass in diesem Jahr der dritte Band der Publikationsreihe des Vereins Kulturstadt Wolfenbüttel e.V. erscheint, der sich unter dem Tıtel „Musik als Ruhm, Lob und Ehre“ mit der Geschichte der Wolfenbütteler Hof- und Kirchenmusik befasst.

Veröffentlicht in:
Wolfenbütteler Journal  März 2013  S. 8