Tag der offenen Tür zum 7. Geburtstag von phaeno

.

Der Kaiserdom und die Autostadt kooperieren

Movimentos- Veranstaltung in Königslutter
Der Kaiserdom und die Autostadt kooperieren
KÖNIGSLUTTER. Die Movimentos-Events beschränken sich nicht nur auf die Autostadt in Wolfsburg, auch der Landkreis Helmstedt profitiert von der populären Veranstaltungsreihe.
Die Evangelische Kirche in Deutschland hat die zehn Jahre vor dem 500-jährigen Jubiläum der Reformation im Jahr 2017 als „Lutherdekade“ ausgerufen. Es sollen Impulse der Reformation aufgenommen werden, die bis in die heutige Zeit reichen. In jedem Jahr werden inhaltliche Schwerpunkte formuliert: 2013 steht unter dem Motto „Toleranz“.
Auch die Autostadt Wolfsburg nimmt sich 2013 dieses „großen Themas“ an und macht Toleranz als Haltung zu ihrem Jahresthema der Movimentos-Festwochen, die mit einem breit gefächerten Angebot wie nie aufwarten: Von Lesungen bis hin zu Auftritten von Rammstein, einer der populärsten deutschen Bands, ist alles vertreten.
An diesem Punkt kommen VW-Konzern und Kirche mit ihren Anliegen zusammen und so vollkommen unterschiedliche, aber „benachbarte“ Institutionen, die Autostadt und der Kaiserdom, eint in diesem Jahr dasselbe Thema.
„Eine spannende, ja faszinierende Kooperation ist zustande gekommen: der Kaiserdom Königslutter ist ein Spielort im Rahmen der diesjährigen Movimentos-Festwochen“, freut sich Dr. Norbert Funke (Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz und die Stadt Königslutter), auf den diese Initiative zurückgeht.
Am 20. April wird der südafrikanische Jazz-Pianist Abdullah Ibrahim zu Gast im Kaiserdom sein. „A Tribute to Tolerance" hat er sein Konzert genannt. Abdullah Ibrahim ist die Symbolfigur des südafrikanischen Jazz und bis heute einer der einflussreichsten Musiker unserer Zeit. Am 9. Mai 1994 spielte Abdullah Ibrahim zur Amtseinführung des ersten schwarzen Präsidenten Südafrikas, seines Freundes Nelson Mandela, und wurde, ganz in dessen Sinne, zum Kämpfer für Toleranz und Verständigung in einem friedlichen Miteinander aller Bevölkerungsgruppen im neuen Südafrika. Das Konzert im Kaiserdom erinnert an das bewegte Leben des Künstlers für die Toleranz.
Tickets für dieses Konzert am 20. April im Kaiserdom sind über die ServiceLine der Autostadt unter der kostenlosen Telefonnummer 0800/288678238, www.eventim.de sowie an den bekannten Vorverkaufsstellen zu bekommen.

Angekündigt in:
Helmstedter Blitz Nr.3/39.Jg. vom 16.01.2013  S. 6




Ducksteinfest 2014 mit Klaus Mohrs in Königslutter

tl_files/Fotos/Wolfsburg/Klaus-Mohrs-auf-Ducksteinfest-2014-in-Koenigslutter-Foto-Bernd-Schunke.jpg

 

Quelle: Stadtbüttel der Stadt Königslutter August 2014 S. 36 (Foto: Bernd Schunke)

 

Fusion Wolfsburg/Königslutter am Elm

Königslutter bekräftigt das Fusionsvorhaben
KÖNIGSLUTTER. Der Rat der Stadt Königslutter am Elm hat sich am 12. Dezember auf Antrag der CDU-FDP-Gruppe mit der vom Rat im März 2013 erklärten Absicht, mit der Stadt Wolfsburg zu fusionieren, nochmals befasst.
Hintergrund war der bekanntlich im Oktober letzten Jahres durch das Land Niedersachsen veränderte Fusionsprozess zwischen der Stadt Wolfsburg und dem Landkreis Helmstedt, da es galt, die regionalpolitische Balance in dem Prozess zu wahren. Bürgermeister Hoppe hatte in diesem Zusammenhang angekündigt, im Januar 2014 Oberbürgermeister Mohrs in den Verwaltungsausschuss einzuladen. Dieser nahm die Gelegenheit nun war, im Verwaltungsausschuss der Stadt mit den Mitgliedern über eine mögliche Fusion Wolfsburgs mit Königslutter am Elm zu diskutieren. Mohrs kündigte an, demnächst unter Moderation des Innenministeriums in Gespräche mit den benachbarten Gebietskörperschaften zu gehen, um die Möglichkeiten einer Fusion, auch unter den neuen Gegebenheiten, zu erörtern. Angestrebt werde nach wie vor, bis zur Kommunalwahl 2016 eine Lösung zu finden, der Oberbürgermeister machte deutlich, dass die angedachte Gesamtfusion des Landkreises Helmstedt mit der Stadt Wolfsburg für ihn die beste Lösung bedeutet hätte. Die Stadt Wolfsburg werde nun die Eingemeindung unmittelbar an die Stadt Wolfsburg angrenzender Gemeinden verfolgen. Daher begrüße er ausdrücklich, dass der Rat der Stadt Königslutter am Elm weiterhin an einer Fusion mit Wolfsburg festhalte, was Bürgermeister Hoppe auch nochmals schriftlich dem Innenminister Pistorius mitgeteilt habe. Einig waren sich alle Gesprächspartner darüber, in öffentlichen Veranstaltungen über den Stand der Fusionsverhandlungen zu informieren, da bei den Bürgerinnen und Bürgern der Eindruck entstehe, dass es hier nicht weiter gehe.

Veröffentlicht in:
Helmstedter Blitz, 22.01.2014, S. 12



Busverbindung im Stundentakt zwischen Wolfsburg und Königslutter

Neue Linie nach Wolfsburg
Königslutter/Wolfsburg. Die beiden Verkehrsgesellschaften Wolfsburger Verkehrs-GmbH (WVG) und Kraftverkehrsgesellschaft mbH Braunschweig (KVG) haben in Zusammenarbeit mit dem Aufgabenträger für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), dem Zweckverband Großraum Brauschweig (ZGB), die Planungen zu einer lang erwünschten direkten, umsteigefreien Busverbindung zwischen Königslutter und Wolfsburg abgeschlossen.
Nun laufen die Arbeiten entlang der Strecke: Beschriftungen von Haltestellen, Einrichtung neuer Haltestellen und vieles mehr.

Von Montag bis Sonnabend
Die neue Linie wird im Status einer RegioBus-Linie im gut merkfähigen Taktverkehr Montag bis Sonnabend verkehren.
Anfangspunkt ist in Königslutter der Bahnhof. Die Linie befährt zunächst eine Schleife um den Innenstadtbereich von Königslutter und verbessert damit dort deutlich die Erschließungsqualität des ÖPNV. Es werden folgende Haltestellen dabei bedient: „An der Stadtmauer“, „Braunschweiger Straße“, „Krankenhaus“ (neu), Stiftskirche“ (neu), „Klosterstraße“, „Am Spitzen Kamp“, „Niedernhof / Marktplatz“. Die Linie führt sodann über die Wolfsburger Straße mit weiteren Haltepunkten in Ochsendorf, Klein Steimke sowie Neindorf und anschließend weiter über Almke, Hehlingen und Nordsteimke zum Endpunkt „Hauptbahnhof Wolfsburg“.
Die Busse fahren von Montag bis Donnerstag zwischen 5.30 und 21.30 Uhr, am Freitag zudem bis 23.30 Uhr.
Zu Hauptverkehrszeiten wird ein Ein-Stundentakt angeboten. Sonnabends fährt die Linie im Zwei-Stundentakt zwischen 8.30 Uhr und 23.30 Uhr. Die Linie nimmt ihre Bedienung am 8. August auf.
Zwischen beiden Städten gilt Preisstufe 2 des Verbundtarifs Region Braunschweig (VBR). Nähere Informationen werden ab Mitte Juli bei WVG und KVG erhältlich sein.


Veröffentlicht in:
Helmstedter Sonntag vom 07. Juli 2013  S.8




"Frühlingszauber" auf Schloss Wolfsburg 2013


Vom 4. bis 7. April, täglich von 10 bis 18 Uhr „Frühlingszauber“ auf Schloss Wolfsburg
In der exklusiven Atmosphäre des reizvollen Schlosses Wolfsburg heißt es vom 4. bis 7. April, jeweils von 10 bis 18 Uhr: „Frühlingszauber".
Wolfsburg. Mehr als 140 Aussteller aus ganz Europa präsentieren an diesen Tagen edlen, alten Schmuck und ausgewählte Antiquitäten, ausgesuchte Wohn- und Gartenaccessoires, Landhausmode, florale Arrangements, Kunst und Design, Frühlingsstauden und die schönsten Dekorationen aus aller Welt.
Außerhalb des Schlosses, in der romantischen Schloss- und Parklandschaft, erlebt man die Vielfalt von Frühjahrsblumen sowie Schönes und Seltenes, Trends und Traditionelles für Garten, Haus und Hof.
Die Besucher erwarten außerdem Entspannung bei klassischer Musik, frisch zubereitete Leckereien aus der Frühlingsküche u. v. m.
Während der Veranstaltung ist der Eintritt in die städtische Galerie, ins Stadtmuseum und in den Kunstverein des Schlosses kostenlos.
Als besonderer Service steht auf dem Gelände ein Geldautomat bereit, an dem Sie ganz einfach mit ihrer EC-Karte Geld abheben können.

Veröffentlicht in:
Stadtspiegel 21.Jg.  23. März 2013  6/13  S.7



„GartenRomantik“ auf Schloss Wolfsburg


Wolfsburg. Die elfte „GartenRomantik“ auf Schloss Wolfsburg findet von Donnerstag bis Sonntag, 5. bis 8. Juli, statt und ist täglich von 10 bis 19 Uhr geöffnet.
Sie wird auch in diesem Jahr ein Reisezielhöhepunkt für Gartenliebhaber rund um das historische Renaissance-Schloss sein. Die wundervoll hergerichteten Parkanlagen werden auch in diesem Jahr mehr als 50.000 Besucher aus der ganzen Bundesrepublik anlocken.
In dem großen Park des historischen Schlosses Wolfsburg findet sich unter altem Baumbestand, durchzogen von Wasserläufen, das traumhafte Ambiente einer idealen Kulisse für ein Gartenfestival. Unser diesjähriges Motto dient der Präsentation von „Artenvielfalt“, in vielerlei Hinsicht: ln exklusiver Atmosphäre präsentieren mehr als 200 Aussteller aus Deutschland, Italien, Frankreich und England ausgesuchte Accessoires wie zum Beispiel alte Steinfiguren, Wasserspiele, handbemaltes Landhausgeschirr, Klangobjekte für den Garten, Feuerschalen, Hängematten, handgetöpferte Terrakotta, exklusive Gartenmöbel, Obeliske, Rankhilfen, handgearbeitete Mode,
Schmuckunikate und vieles mehr. Stauden, Palmen, Kräuter, Heil- und Giftpflanzen, Orangenbäume, Rosen und Lavendel verwöhnen die Sinne und bieten jedem Besucher etwas für den eigenen kleinen Gartentraum. Eberhard Hentschke, von der Gesellschaft Deutscher Rosenfreunde, Udo Thiel, von dem Bezirksverband der Kleingärtner beraten bei allen Fragen „rund um das Gedeihen der heimischen Pflanzen“. Neben Entspannung bei klassischer Musik wird ein attraktives Unterhaltungsprogramm mit Fachvorträgen zu den Themen
Kräuter, Stauden, seltene Einjahrespflanzen, Bonsaipflege, nordamerikanische Gehölze, fernöstliches Bambuswunder, englische Rosen, Heidekulturen, Hortensienpflege und vielem mehr geboten.
Für Kinderunterhaltung ist außerdem gesorgt: Mit aus Papier geschöpften Fantasien herstellen, Kindermalaktion, Steineklopfen,  „Bemalen eines Gartenstuhles“ wird die GartenRomantik für Kinder ein schönes Erlebnis.
Während der Veranstaltung ist Eintritt in die Städtische Galerie, im Stadtmuseum und Kunstverein des Schlosses kostenlos.
Gourmetfreuden sind ebenso unverzichtbarer Teil wie ein attraktives Unterhaltungsprogramm, Entspannung bei klassischer Musik mit jungen Nachwuchskünstlern und andere kulturelle Erlebnisse. Gastronomie wird als Präsentation von Servierkunst auf höchstem Niveau definiert. Ausgesuchte Weine, Cocktails und Genüsse der französischen und italienischen Küche erstklassiger Restaurants vollenden den
Besuch und machen ihn auch kulinarisch zu einem Erlebnis. Aber auch Praktisches ist wesentlicher Bestandteil des Einkaufsvergnügens.
So können die Besucher kostenlos einen kleinen Handwagen ausleihen, ihre Einkäufe in einem extra Zelt zwischenlagern oder bei schweren Gegenständen vom Lieferservice zum Auto Gebrauch machen.
Weitere Informationen zum Gartenfestival auf Schloss Wolfsburg gibt es auch im Internet unter www.schloss-romantik.de.

Rund um das Schloss Wolfsburg findet am nächsten Wochenende
zum elften Mal die „GartenRomantik“ statt. Foto: privat


Quelle: Helmstedter Sonntag  01.07.2012  S. 17


LINK: http://www.schloss-romantik.de/gartenromantik/home.html

 







Gründungsveranstaltung B.A.C.A.-Chapter in Wolfsburg

Internationale Gäste kamen zur Gründungsveranstaltung
„Spear Chapter“ wurde nun in Wolfsburg gegründet
SCHÖNINGEN (nj). Ein großer Schritt wurde in Wolfsburg getan. Der Verein Bikers against Child Abuse (B.A.C.A.) gründete eine lokale Abteilung - und die nennt sich passend zu den Schöninger Speeren „Spear Chapter“. Besucher aus Missouri (USA), Texas (USA), Tschechien, Italien, Holland und natürlich allen Ecken der Bundesrepublik Deutschland kamen am vergangenen Wochenende nach Wolfsburg. Allen gemein war dabei, dass sie dem Verein „B.A.C.A“ angehören - Bikers against Child Abuse. Nicht zu veıwechseln ist der Verein mit dem in der Region bereits bekannten Verein „B.A.C.A.A.“, der zwar im Grunde die gleichen Ziele verfolgt, aber andere Wege geht. Dies wurde auch im Rahmen einer Presseerklärung so dargestellt. Die „Bikers against Childporn and Abuse (B.A.C.A.A.)“ und die „Bikers against Child Abuse (B.A.C.A.)“ würden mit dem gleichen Ziel auf anderen Wegen gehen. In bestimmten Bereichen seien die einen aktiver, in anderen Bereichen die andere Vereinigung - das Wohl derjenigen um die es aber geht, Kinder nämlich, steht bei beiden Vereinigungen an erster Stelle.
Bevor am Sonnabend allerdings die Gründungsparty steigen konnte, gab es rund fünf Stunden „Training“ für die Gründungsmitglieder des „Spear Chapter“. Denn die Motorradfans, die sich gegen Kindesmissbrauch einsetzen wollen, sollen gut ausgebildet sein und wissen was sie tun, um nicht in mögliche Fettnäpfchen des Gesetzes zu treten. Gerade bei diesem heiklen Thema sei dies sehr wichtig, erklärt der Schöninger Sascha Preß.
Am Abend ging es dann mit rund 200 Gästen aus aller Welt richtig zur Sache. Die Liveband frei-willich.de sorgte für ordentlich Stimmung bis die amerikanischen Gäste die Bühne für sich und ihre grandios improvisierte Country-Musik eroberten.
Bodie Henryk Ambrush, der vielen in der Region ebenfalls bekannt sein dürfte, übergab zudem ein Gründungsgeschenk in Form eines Bildes und hielt am späten Abend noch eine ergreifende Rede.
Am Sonntag stand dann vor allem für die auswärtigen Gäste eine Tour durch die neue Heimat der Vereinsabteilung an. Das paläon, der Tagebau, das Grenzdenkrnal Hötensleben, das Volkswagen Werk und verschiedene Kriegsdenkmäler standen auf dem Programm.
Schon im Vorfeld der Regionsgruppen-Gründung war B.A.C.A. in der Region aktiv geworden und hat Präsenz gezeigt. Allen voran Sascha Preß, der unter anderem bei einem Spendenwettbewerb der Firma Warmbein Communications teilgenommen hatte und sich so noch vor tatsächlicher Gründung des Chapters ein gutes Startkapital durch die gewonnene Spende erarbeitet.

Veröffentlicht in:
Helmstedter Blitz vom 15.05.2013  S. 4



Zu Wolfsburg bekannt

Der Vorsitzende der Senioren-Union, Gerhard Hagen, überreichte Bürgermeister Alexander Hoppe ein kleines Dankeschön mit dem Titel "1.2.3.schuldenfrei" für das Referat über die Fusionsabsichten der Städte Wolfsburg und Königslutter. Foto: privat

Königslutter. An der Mitgliederversammlung der CDU-Senioren-Union der Stadtvereinigung Königslutter in den Kärntner Stub'n in Königslutter haben trotz des schönen Frühlingswetters über 30 Prozent der Mitglieder teilgenommen. Neben den Regularien und Berichten stand das Referat des Bürgermeisters der Stadt Königslutter, Alexander Hoppe, über die Fusion der Städte Königslutter und Wolfsburg im Mittelpunkt der Veranstaltung.
Klar herausgestellt wurden die zwei Ebenen des Zusammengehens des Landkreises Helmstedt mit der kreisfreien Stadt Wolfsburg. So sei wegen der juristischen Vorgaben zunächst nur ein Gemeindeverbund zwischen diesen beiden Gebietskörperschaften möglich. Aber in einer darunter liegenden Ebene dieses Gemeindeverbundes bestehe die Möglichkeit einer Fusion der beiden Städte. Dabei würde die Stadt Königslutter ein Stadtteil der Stadt Wolfsburg werden, die ihren Status als kreisfreie Stadt behalten würde.
Voraussetzung dafür ist die Konformität mit der Verfassung. Als Basis dafür müsste ein entsprechendes Gesetz durch den Landtag geschaffen werden. Ziel der Fusion soll das Jahr 2016 sein.
Der Vorsitzende der Senioren-Union, Gerhard Hagen, überreichte Bürgermeister Alexander Hoppe ein kleines Dankeschön mit dem Titel ,,1.2.3. schuldenfrei" für das Referat über die Fusionsabsichten der Städte Wolfsburg und Königslutter.         Foto: privat
Die angeregte Diskussion erstreckte sich auf Fragen zur Notwendigkeit des Zusammenschlusses, die Ausgestaltung der Vertretung der Bürger in den kleinen verbleibenden Ortschaften, die zukünftigen verbleibenden Aufgaben in den Altgemeinden zur Betreuung der Bürger, Erhöhung der Lebensqualität der Bürger durch beispielsweise besseren ,,Öffentlichen Nahverkehr" und vieles mehr. Es wurde klar herausgestellt, dass ein Ausscheiden einzelner Ortschaften aus den jetzt gültigen Grenzen nicht möglich ist.
Die Beschlüsse dazu werden in den zuständigen Gremien der Stadt Wolfsburg am 13. März und der Stadt Königslutter am 14. März gefasst. Danach wird man konkrete Verhandlungen aufnehmen, so Hoppe. Auf jeden Fall würden die Bürger an den Überlegungen beteiligt werden. Die Organisation dafür muss noch geschaffen werden.
Der Ratsherr und Vorsitzende des Stadtverbandes der CDU, Andreas Weber, berichtete noch über Möglichkeiten der Entschuldungshilfen und weitere Aspekte der Fusion, so beispielsweise die Schaffung einer festen Buslinie zwischen Wolfsburg und Königslutter, der jetzt auch die KVG Braunschweig zugestimmt hatte. Die Senioren-Union der Stadtvereinigung Königslutter stand abschließend einer Fusion mit Wolfsburg zustimmend gegenüber.

Veröffentlicht in:
Helmstedter Sonntag Nr. 10 vom 10.03.2013 S. 20

Königslutter im Aufbruch

Königslutter im Aufbruch
„Südkreis wird es schwer haben"
von Yvonne Weihs
Rhode. Aufbruchsstimmung mit gleichzeitigem Apell, die kleinen Ortschaften nicht zu vergessen, vermittelten die Bürger, die sich zur letzten Fusions-InformationsVeranstaltung mit Helmstedts Landrat Matthias Wunderling-Weilbier und dem Wolfsburger Oberbürgermeister Klaus Mohrs ins Dorfgemeinschaftshaus Rhode aın Mittwochabend eirıfanden.
„Das Europa der Zukunft kennt keine Landkreise, das Europa der Zukunft kennt Regionen“, leitete Helrnstedts Landrat die letzte von insgesamt acht Informationsveranstaltungen ein. Wenn es nach der Stadt Königslutter ginge, kann eine Region aus Wolfsburg und dem Landkreis Helmstedt, ganz gleich wie die letztendliche Bezeichnung dafür auch sein möge, nicht schnell genug umgesetzt werden.
Offen hatte man sich in jüngster Zeit in Rat und Verwaltung zur Zusammenarbeit mit Wolfsburg bekannt, ein weiteres Zeichen zur interkommunalen Zusammenarbeit mit dem neuen Gewerbegebiet Ochsendorf/Neindorf gesetzt und möchte nun aufs Ganze gehen.
Hoch interessiert zeigten sich die Bürger in der offenen Fragerunde entsprechend an einer möglichen direkten Fusion mit Wolsburg. „Natürlich kann auch Königslutter mit Wolfsburg fusionieren. Wolfsburg wäre dann allerdings einwohnerzahlenmäßig den anderen Gemeinden im Regionsverband überlegen. Wir werden diesbezüglich aber generell immer überlegen sein, egal, was wir tun – schließlich können wir unsere Bürger ja rıicht einfach abschaffen. Das Ganze muss eben noch auf den Prüfstand. Aber selbst wenn es mit dem Gebietsverband nichts wird, können wir uns in Wolfsburg durchaus vorstellen, mit Königslutter zu fusionieren“, erklärte der Wolfsburger Oberbürgermeister Mohrs.
Trotz aller Euphorie appellierte Kreislandwirt Gerhard Rott, die Landwirte und auch den schwachen Südkreis nicht zu übersehen beziehungsweise zu übergehen: „Wir Landwirte möchten mit einbezogen werden, wenn es um neue Gewerbeflächen geht. Die Landwirtschaft ist unsere Existenzgrundlage und wenn Sie uns den besten Acker nehmen, dann gehen hier Existenzen womöglich zugrunde.“ Sein Wort, keinen Landwirt in Existenznot bringen zu wollen, gab Landrat Matthias Wunderling-Weilbier: „Wir wären ja töricht, wenn wir unsere regionale Landwirtschaft zerstören.“ Dass es der Südkreis nicht leicht haben werde, daraus machte Oberbürgermeister Mohrs keinen Hehl: „Es wird sich sicherlich kein VW-Zulieferer in Jerxheim ansiedeln, dafür ist Heeseberg einfach zu weit weg, aber der Südkreis generell hat Buschhaus. Dort schlummert soviel ungenutzte Energie, dort kann sich noch Einiges tun.“
In Königslutter endete die Veranstaltungsreihe zur möglichen Fusion Wolfsburg-Helmstedt. „Das bedeutet aber nicht, dass wir Sie in Zukunft nicht weiter informieren. Wir wollen Sie auch an den nächsten Schritten teilhaben lassen - denn wir machen das hier schließlich nicht für uns, sondern für die Bürger des Landkreises Helmstedt sowie der der Stadt Wolfsburg“, betonte Landrat Matthias Wunderling-Weilbier abermals deutlich.
Noch einmal werden die Oberhäupter des Landkreises Helmstedt und der Stadt Wolfsburg zu einem Gespräch zusammenkommen, bevor der Entscheidungshammer im Kreistag am Freitag, 15. März, fällt. Sollten sich sowohl der Kreistag in Helmstedt und der Rat in Wolfsburg für den nächsten Schritt zur Fusion entscheiden, kann ab 1. April mit der Ausarbeitung des künftigen Gebietsverbandes begonnen werden. „Bis 2016 wollen wir damit fertig sein“, gaben Wunderling-Weilbier und Mohrs bekannt, die in diesem Zusammenhang auch auf die dann anstehende Kommunalwahl verwiesen. „Im selben Zug kann dann nämlich ein entsprechendes Parlament mit entsprechender Aufgabenverteilung im Verband gewählt werden“, so Mohrs, der versicherte, dass die „neue Regierung“ hinter der vorrausgegangenen Ausarbeitung stehen wird.


Veröffentlicht in:
Helmstedter Sonntag Nr. 9 vom 03.März 2013  S. 20




Eine integrierte Gesamtschule für Königslutter

Uwe Strümpel zu Gast bei Hoppe .
Eine IGS wird bald für Königslutter möglich
KÖNIGSLUTTER. Im Rahmen seiner Bürgermeisterbesuche ließ sich Uwe Strümpel von Bürgermeister Alexander Hoppe über die Situation in der Stadt Königslutter informieren, heißt es in einer Pressemitteilung.
„Die dramatische Verschuldung der Stadt lässt keinerlei Spielräume mehr zu und führt zu Kürzungen im freiwilligen, sozialen Bereich, die eigentlich nicht mehr zu verantworten sind“, so Bürgermeister Hoppe. Einigkeit besteht daher, dass der Weg der Fusion des Landkreises Helmstedt mit der Stadt Wolfsburg zur Zeit die einzige Alternative ist, um wieder handlungsfähig zu werden. Bürgermeister Hoppe begründete, warum die Stadt Königslutter, insbesondere wegen der enormen Verschuldung, die Eingemeindung anstrebe.
Weitere Gesprächsthemen waren die Vereinbarung über das gemeinsame Gewerbegebiet mit der Stadt Wolfsburg, die Zukunft des Schwimmbades und die Unterbringung der syrischen Flüchtlinge.
Des Weiteren fühlt sich Königslutter als Schulstandort benachteiligt. Daher begrüßten beide Gesprächsteilnehmer, dass Königslutter frühestens ab dem Schuljahr 2014/2015 durch die Veränderung des Schulgesetzes endlich eine IGS einrichten könne. Die Elternbefragung aus dem Jahr 2011 (über 70 Prozent Zustimmung) belegt diesen Wunsch nachdrücklich. Bürgermeister Alexander Hoppe und der Landtagsabgeordnete Uwe Strümpel sind sich einig, diese Veränderung mit Nachdruck zu verfolgen. Beide wollen durch weitere Gespräche und Vorhaben zu einer positiven Entwicklung von Königslutter beitragen.

Veröffentlicht in:

Helmstedter Blitz vom 15.05.2013 S. 6



Automobilzulieferer siedelt sich an

Im Gewerbegebiet Königslutter-Ochsendorf sollen 100 neue Arbeitsplätze entstehen

 

Automobilzulieferer siedelt sich an

 

Die Unternehmensgruppe Aunde mit ihren Marken Aunde, Isringhausen und Fehrer wird im Gewerbegebiet Königslutter-Ochsendorf einen Standort für Projektmanagement und Produktionsentwicklung gründen. Dieses gaben Aunde-Geschäftsführer Cesur Sünnetcioglu und Bürgermeister Hoppe kürzlich bekannt.

 

 

Königslutter. Die Unternehmensgruppe Aunde, ein weltweit operierendes Unternehmen, hat zurzeit mehr als 100 Werke in 27 Ländern. Die Gruppe gehört zu den 100 größten Automobilzulieferern weltweit. Im Gewerbegebiet wird nun das 110. Werk entstehen. Das Investitionsvolumen in Ochsendorf wird mehr als 10 Millionen Euro betragen. Die Realisierung wird in zwei Bauabschnitten erfolgen. Ende des ersten Quartals 2017 soll die Grundsteinlegung erfolgen, Anfang 2018 soll der Betrieb aufgenommen werden. Bis zu 100 neue Arbeitsplätze werden nach der endgültigen Fertigstellung des Standortes geschaffen.

 

Bürgermeister Alexander Hoppe zeigte sich hocherfreut, dass es nach den vertraulichen Verhandlungen, die seit September 2015 geführt wurden und an denen der Landkreis Helmstedt, das Land Niedersachsen und die Wolfsburg AG beteiligt waren, gelungen sei, das namhafte Unternehmen anzusiedeln — auch wenn manchmal nach außen der Eindruck entstanden sei, es tue sich nichts hinsichtlich der Ansiedlung von Firmen in Ochsendorf. Hoppe hob zudem die vertrauensvolle und vertrauliche Basis bei den Gesprächen hervor.

 

Sünnetcioglu unterstrich die positive Zusammenarbeit mit der Stadt, die neben den hervorragenden infrastrukturellen Voraussetzungen des Gewerbegebietes mit unmittelbarer Anbindung an die A2 und die A39 dazu geführt habe, dass sich Aunde für den Standort Ochsendorf entschieden habe.

 

Hoppe ging auch auf die gemeinsame Entwicklung des Gewerbegebietes Neindorf/Ochsendorf ein, das zusammen mit der Stadt Wolfsburg forciert werden soll. Hier warten die Beteiligten nach der durchgeführten Antragskonferenz auf die Entscheidung des ZGBs über die Einleitung eines Raumordnungsverfahrens.

 

Der Landesbeauftragte Matthias Wunderling-Weilbier vom Amt für regionale Landesentwicklung Braunschweig und Landrat Gerhard Radeck stellten die Ansiedlung als Erfolg für die Stadt, den Landkreis und die Region heraus und gingen auf die positive Signalwirkung durch die Ansiedlung im Gewerbegebiet ein. Beide sicherten die weitere Unterstützung ihrer Behörden zu. Gleichfalls soll die Zusammenarbeit mit der Wolfsburg AG fortgesetzt werden.

 

Foto: Freuen sich über die Ansiedlung (v. l.): Landrat Gerhard Radeck, Matthias Wunderling-Weilbier (Landesbeauftragter für regionale Landesentwicklung), Joachim Wirtz (Standortleiter Aunde), Cesur Sünnetcioglu (Geschäftsführer Aunde), Bürgermeister Alexander Hoppe, Thomas Ahlswede-Brech (Wolfsburg AG) und Michael Imhof (Vertriebsleiter Aunde)

 

 

Veröffentlicht in: Stadtspiegel für Landkreise Helmstedt, Wolfenbüttel und Umgebung 24. Jahrgang Nr. 23/16 vom 02.12.2016 S. 1

 

 

Zusammenarbeit mit Wolfsburg wird ausgebaut

Gemeinsames Gewerbegebiet Königslutter-Wolfsburg

Ochsendorf.  „Die Stadt Königslutter am Elm schafft mit der Stadt Wolfsburg die planungsrechtlichen Voraussetzungen für ein gemeinsames Gewerbe- und Industriegebiet im Raum zwischen Neindorf und Klein Steimke/Ochsendorf nördlich der A 2". Dieser Beschlussempfehlung folgten die Ratsmitglieder auf der jüngsten Ratssitzung einstimmig. Damit wird die Zusammenarbeit mit der Stadt Wolfsburg, über die vor allem in den vergangenen Wochen intensiv diskutiert wurde, weiter intensiviert.
Bei der Interkommunalen Gewerbeflächenentwicklung Ochsendorf/Neindorf ist zunächst vorgesehen, im nördlichen Bereich die bislang noch bei einer Machbarkeitsstudie herausgenommene Fläche, die sich im Landschaftsschutzgebiet mittlere Schunter befindet, sowie weitere Flächen im nordöstlichen Bereich in die Planung einzubeziehen.
Die zusätzliche Fläche aus dem Landschaftsschutzgebiet beträgt etwa 23 Hektar, die andere etwa 25 Hektar. Mit beiden Flächen würde sich das Gewerbegebiet von derzeit 141,6 Hektar um 48 Hektar auf rund 189 Hektar vergrößern.
Für die Kosten für die Planung tritt zunächst einmal die Stadt Wolfsburg in Vorleistung. Zunächst wird eine Lenkungsgruppe Interkommunale Gewerbeflächenentwicklung Ochsendorf/Neindorf gebildet, welche sich aus kompetenten Vertretern beider Gebietskörperschaften zusammensetzt.
Die Ortsräte der betroffenen Ortschaften hatten Einwände, die bei der Planung geprüft werden. Ratsherr Peter Birke aus Ochsendorf ist Befürworter: „Dies ist einer der wichtigsten ersten Schritte für eine Zusammenarbeit mit Wolfsburg. So nimmt das Gewerbegebiet wieder Fahrt auf. Das gibt neuen Schwung."
Die Vertreter aller im Rat vertretenden begrüßten die Interkommunale Zusammenarbeit und bezeichneten wie Bürgermeister Alexander Hoppe das Vorhaben als ein wichtiges Zukunftsprojekt für die Stadt Königslutter.    bs

Veröffentlicht in:

Stadtbüttel / Mitteilungsblatt der Stadt Königslutter / März 2013  S. 33

 



Kulturelles Bindeglied zwischen den Völkern

Ein Jahr italienisches Kulturinstitut Wolfsburg
Kulturelles Bindeglied zwischen den Völkern

Natürlich kann eine solche Einrichtung im modernen Wolfsburg nur mit vielfältiger Unterstützung bestehen: Die Stadt Wolfsburg ist finanzkräftiger Partner. Und nicht nur sie: Das Volkswagenwerk ist Vize-Patron, allerdings recht diskret. Das Italienische Kulturinstiut, wie könnte es da anders sein, hat sich im ersten Jahr seines Bestehens einen respektablen Ruf in Niedersachsen erworben. Es ist indes mehr als bloß ein Kulturinstitut, es ist eine Klammer zwischen Deutschen und Italienern in der Volkswagenstadt; mehr noch, zwischen dem reichen Wolfsburg und dem teilweise verarmten Italien.

Von dort kommen fast alle Kulturprogramme. Dorthin gehen fast alle Bildungsreisen. 25 Vorträge in Wolfsburg und 26 in anderen Städten, sechs Literaturlesungen, drei Kammerkonzerte, sieben Foto- und Malerausstellungen, Ballett und Commedia dell'arte im Theater sowie fünf folkloristische Veranstaltungen, 22 Dokumentar- und Spielfilme sind schon ein erstaunlich großes Programm für ein Institut, das im Grunde gar kein Institut ist; nur eine Abteilung, uno sezione di Wolfsburgo. Und das eigentlich nur aus der Leiterin und engagierten Zeitkräften besteht.


Weichen gestellt
Dennoch hat die, wie es sich für ein Kulturinstitut gehört, im Rahmen der Eröffnung einer Malerei-Ausstellung mit dem Titel „Deutsch-Italienischer Ausdruck" verabschiedete erste Direktorin, Professor Giuditta Podestà, die Weichen in die Zukunft gestellt. Ihre große Aufgabe sah sie darin, die Menschen anzuspornen und und Kontakte auszubauen. Darum auch schrieb das Institut Wolfsburg-Preise für Poesie, Malerei, Fotografie und Literatur aus. Darum plant es Technik-Wettbewerbe für 1988, dem Jahr des 50jährigen Bestehens Wolfsburgs.

Ansporn zur Leistung, zur Ausbildung der eigenen Fähigkeiten sollten die Preise sein und manch versteckte künstlerische Nebentätigkeit wurden offenbar: Werke, die nach Schicht im Werk entstanden; geschaffen von Italienern aus Camparien, Ligurien, oder Umbrien, die alle eines verbindet: Sie haben Arbeit gefunden in Deutschland, in Niedersachsen, in Wolfsburg, im Volkswagenwerk.
Aber nicht alle hier lebenden Italiener sehen das neue Kulturinstitut unter der grün-weiß-roten Trikolore als Bindeglied zur eigenen, fernen Heimat. Sie glauben, das Institut erhalte Gelder aus dem Etat des römischen Außenministeriums, die ihnen nun vorenthalten würden.


Schulung
Denn verschiedene Welten treffen in Wolfsburg aufeinander, die modern-emanzipierte der Deutschen und die traditionell-patriarchalische der Italiener. Nicht gern gesagt wird, daß das Gros der 8000 überwiegend bei VW beschäftigten Italiener ohnehin in sich geschlossenen Unterkünften ein Leben zwischen Band und Bett führt. Das Institut zog deshalb selbst mit Folklore, Film und Ballett in die Kästorfer Unterkünfte.

Daran ist das Werk interessiert, fördert und unterstützt die Einrichtung nicht nur finanziell. In Zusammenarbeit mit dem VW-Bildungswesen werden spezielle Kurse zur Schulung in modernen mikro-elektronischen Technologien erarbeitet. Unter Einbeziehung der italienischen Einrichtung für Erwachsenenbildung auch spezielle Sprachkurse.

Die Stadt Wolfsburg tut gleiches. Oberstadtdirektor Professor Lamberg sieht gar die Chance größeren Engagements im wissenschaftlichen Bereich. Da keine niedersächische Universität über einen Lehrstuhl für Italianistik verfügt, sei Wolfsburg als Schwerpunkt italienischer Auswanderung für diese Aufgabe prädestiniert. Ein sicherlich ehrgeiziges Ziel, aber mit der Verwirklichung eines Gesamtkataloges italienischer Literatur und Literatur über Italien wäre ein Anfang gemacht.

Eine Aufgabe, welche nun die zweite Institutsleiterin fortführen muß. In das spartanisch eingerichtete Büro unterhalb der Italienischen Konsularagentur und vis-à-vis dem Wolfsburger Rathaus zieht demnächst Professor Rosa Losengo-Ries ein.   Hans Karweik


Veröffentlicht in:
Braunschweiger Zeitung  08.11.1986  S. 12

Einfügung:

Am 09.05.2012 hielt Dr. Norbert Funke einen Vortrag zu "Nicolaus von Ferrara im Kaiserdom zu Königslutter". Veranstalter war das italienische Kulturinstitut Wolfsburg.

LINK: http://www.iicwolfsburg.esteri.it/IIC_Wolfsburg/webform/SchedaEvento.aspx?id=335

 

Der Vortrag und die integrierte Führung waren außerordentlich informativ. Hr. Dr. Funke konnte die architektonischen und bildhauerischen Besonderheiten des elften und zwölften Jahrhunderts in Italien den Zuhörern sehr detailliert vermitteln. Die Bezüge zu Deutschland belegte er vor allem anhand von Bildmaterial. Seit seiner Dissertation und seiner mehrjährigen wissenschaftlichen Arbeit in Italien ist Hr. Dr. Funke fachlich mit dieser Materie vertraut. Königslutter kann sich glücklich schätzen, im Hinblick auf den Kaiserdom von diesem bauhistorischen Erfahrungsschatz zu profitieren.



Wolfsburg zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges

 

Der Wolfsburger „Krieg“.

 

Von J. R. von Loewenfeld.

 

Ähnlich den Obergs auf Öbisfelde haben die ebenso im Grenzlande eingesessenen Bartenslebens auf Wolfsburg einst eine Schaukelpolitik zwischen den widerstreitenden Nachbarn Brandenburg, Magdeburg, Braunschweig getrieben, ja treiben müssen.


Günther von Bartensleben im Schloss Wolfsburg


Ihr Besitz in verschiedenen, rivalisierenden Fürstentümern nötigte geradezu Wege der Diplomatie auf. Wie die Obergs endeten auch die Wolfsburger beim Anschluß an Magdeburg. Immerhin ließ man sich doch mit den Braunschweigern etwas reichlich noch weiterhin ein. Im Vertrag vom 18. März 1397 (ähnlich 1394) stellten sich die drei Ritter samt ihren Erben mit dem Schlosse in welfische Dienste. Aber wie lange hat dann trotzdem das Erzstift unangefochten Landeshoheit und Lehnsherrlichkeit in der Wolfsburg und den zugehörigen Dörfern Heßlingen und Hehlingen behauptet! Außerdem nahm jener Vertrag eine Unterstützung gegen Brandenburg und Magdeburg ganz ausdrücklich aus. Wenn nun vor dem großen Kriege Braunschweig-Wolfenbüttel plötzlich seine Landeshoheit über Wolfsburg behauptete und die Burg einfach in den Wolfsburger Werder einrechnete (Umgegend von Vorsfelde), der freilich von ihm zu Lehen ging, dann sprach das entscheidende Wort der Landhunger, nicht das Recht. Ein preußisches Gutachten von 1724 führt sehr richtig u. a. aus: Erst erstrebt Wolfenbüttel die Landeshoheit, später auch Lehnshoheit. Also verdächtige Prinziplosigkeit! Das plötzliche Auftauchen früher nicht geltend gemachter Ansprüche käme davon, daß man bei wirren Zeiten im Trüben fischen wollte, und zwar sollte Gewalttätigkeit einschüchtern, Zwang den braunschweigischen Untertaneneid erpressen, bis das Erzstift vor vollendeten Tatsachen stand. Dies aber um so mehr, als des sterbenden Erzbistums letzter Administrator wußte:

 

 

____

78 Der Wolfsburger „Krieg“

 

Mein Land erbt Brandenburg. Da mußte ihm die Lust fehlen, es mit den Welfen aufs Äußerste ankommen zu lassen. Der Umfang des Werders, heißt es weiter, sei in den bartenslebenschen Lehnsbriefen von Braunschweig selbst früher genau angegeben, Wolfsburg mit seinen zwei Dörfern nicht dabei. Als Obrigkeit habe man dort für Magdeburg gebetet, die erzstiftische, nie die braunschweigische Kirchenordnung befolgt. Trotz solcher treffenden Kritik stellten sich Verwicklungen und Nöte ein, die, zumal bei ihrer langen Dauer, sehr, sehr bitter empfunden worden sind. Auf des Seelsorgers Frage, ob er seinen Feinden verziehen habe, antwortete 1663 der sterbende Günther von Bartensleben laut der Leichenpredigt: „Ich habe meinen Feinden von Herzen vergeben. Ich habe sie dem Gerichte des gerechten Gottes übergeben, der als ein rechter Richter sie zur rechten Zeit finden wird“. Noch zucken heiße Leidenschaften durch dies Wort des ernsten Mannes, der noch nicht dreiundvierzigjährig auf dem letzten Lager liegt. Am Sarge der Anna von Bartensleben sagt 1665 Pastor Camitius unter Hinweis auf die prophezeite Zerstörung Jerusalems: „Wir armen Leute allhier zur Wolfsburg dürfen nicht ansehen den betrübten Zustand der Stadt Jerusalem oder daselbst unser Unglück und Jammer suchen, die wir allhier genugsamb unser Unglück vor Augen haben. In welchen Jammer und in welchen trübseeligen Hertzeleid wir eine Zeit, ja etliche Jahr hero gelebet und annoch hafften, erachte ich unnötig zu sein, alleß zuerzehlen“. Dabei hatte der prächtige Mann den Dreißigjährigen Krieg in der Nähe Osterburgs durchgemacht!

 

Der Streit wurde zunächst durch den großen Krieg am offenen Ausbruch gehindert. Schon 1646 zeigt sich aber in den Versuchen, dem Wolfsburger Magister Käseberg das Wolfenbütteler Kirchenregiment aufzuhalsen, daß man die Sache im Nachbarlande durchaus nicht vergessen hatte.


 Herzog August der Jüngere in Wolfenbüttel



Eigentlich ist der Welfenherzog August, der dann die Streitaxt ausgräbt, eine sehr bedeutende Persönlichkeit.


 
 Informationen zur Burg Hitzacker  


Ehe er, wider eigenes Erwarten, zur Herrschaft gelangt, hat er auf Schloß Hitzacker, seinem „Ithaka“, den Büchern gelebt, um dann, ein alter Mann beharrlich und fleißig sein vom Kriege heimgesuchtes Land

 

 

____

79 Von J. R. Von Loewenfeld

 

neu aufzubauen.


 
 Universität Helmstedt  HAB Wolfenbüttel Augusteerhalle


Die Universität Helmstedt, 1627 nur noch zwei Studierende zählend, erlebte unter ihm mit 2000 Studenten ihre Höchstfrequenz. Und doch hat gerade er, freilich manchmal unnötig gereizt, die Händel bis zum Tode fortgesetzt, um Wolfsburg Magdeburg abzugewinnen. Dabei suchte er 1647 zunächst einmal die schwedische Garnison unter Major Beckmann fortzubekommen. Aber die Bartenslebens machten den Administrator August aufmerksam, daß nach dem schwedischen Abzug sich der Welfe einnisten würde. So gerieten beide August widereinander. Die bereits willfährig scheinenden Schweden, Generalmajor Axel Lillie(n) als Unter-, Feldmarschall Wrangel als Oberführer, schwenkten. Wolfsburg wollten sie jetzt einer magdeburgischen Truppe anvertrauen, falls auch die kaiserliche Generalität dessen Nichtbesetzung zusicherte. Nun reisten Günther und Joachim Friedrich Bartensleben wie erst zu den Schweden als Unterhändler zum Feldmarschall Graf Holzapfel. Unterwegs wurden beide in Böhmen „durch eine freche Raube-Partey“, nämlich Marodeure, ausgeplündert. Nur die Briefe schwedischer und kaiserlicher Generalität retteten ihnen wenigstens das Leben. Magdeburg und Braunschweig verhandelten.

 
 Magdeburg Dom  Wolfenbüttel Schloss


Man einigte sich zunächst auf gemeinsame Besatzung und Rasierung der während des Krieges entstandenen Festungswerke von Wolfsburg (21. September 1647). Aber Holzapfel verlangte genau die gleiche bündige Zusicherung seitens der Schweden, um die er angegangen war, gab also nur eine Eventualgarantie. So fest wollte sich Wrangel nicht binden. Als sich jedoch Braunschweig für kaiserliche Neutralität verbürgte, ließ er trotzdem in Wolfsburg marschieren. Gewiß war der Herzog hierin auch auf seiner Landeskinder Wohl bedacht, die im Wolfsburger Werder an den Lasten der schwedischen Burgbesatzung stark beteiligt gewesen sind, und doch blieb auch die Grundherrschaft im Recht, wenn sie noch andere Pläne dahinter witterte. Als am 9. Februar 1648 sich dort Unterhändler des Erzstiftes und Herzogtums trafen, ging man ergebnislos auseinander, weil Braunschweig für sein alleiniges Besatzungsrecht stets hervorhob, nur der Herzog und nicht das unschlüssige Magdeburg hätte jene Bürgschaft geleistet. Dies Scheitern haben die Wolfsburger begünstigt,

 

 

____

80 Der Wolfsburger „Krieg“.

 

damit ihre Festungswerke stehenblieben. Braunschweigs Truppen aber waren bald zur Stelle, und weil die Bartenslebens zweifellos zu Magdeburg hielten, entzog Herzog August ihnen sämtliche Einkünfte aus dem Besitz in seinen Landen.

 

Nun schlug der Administrator Lärm auf den Friedensverhandlungen in Münster und Osnabrück. Schweden schüchterte durch Einmarsch von 4 Kompagnien ins Welfenland den alten Herzog etwas ein, so daß dessen Soldateska Wolfsburg wieder verließ. Aber erst am 21. August 1650 erreichten die etwas halsstarrigen Bartenslebens die Rückgabe ihrer braunschweigischen Einkünfte unter der Bedingung, jene neuen, im Kriege hergestellten Anlagen zwischen Schloß und Mauer durch eigene Untertanen niederreißen zu lassen, vor allem eine Halbmondschanze, einen Blendgang und zwei Blockhäuser. In der Ernte stand man. Warum sollte man sich mit dem unliebsamen Geschäft übereilen? Da erschienen bereits am 30. August wieder welfische Truppen, nahmen gewaltsam die ihnen verwehrte, aber unverteidigte Burg und demolierten die Anlagen mit Hilfe eingelassenen und etwas vandalischen Landvolkes. Das Quellenmaterial bietet jetzt für Jahre nichts Gewisses. Unsere Bartenslebens warben Wachtleute, verpflichteten sogar Heßlinger und Hehlinger zum abwechselnden Burgdienst, stellten alle Befestigungen nach Möglichkeit wieder her und bestückten die Wehre mit Geschützen. Altes Recht, wie auch des Administrators Regierung den belasteten Dörfern auf deren Beschwerde antworten mußte! Aber auch ein gefährlich Unterfangen, zumal das Geschlecht zur Kostenaufbringung sogar die braunschweigischen Untertanen beschwerte, vor allem durch Erhöhung des Vorsfelder und Errichtung eines Wolfsburger Zolles. Immerhin zeigt das geharnischte Schreiben des betagten Herzogs an sie vom Juni 1658, das seine bereits scharfen Briefe von 56 und 57 übertraf, wie er gesonnen war. Unter einem Sergeanten hatte die Wolfsburg nämlich 10 maqdeburgische Musketiere eingelassen, während das Erzstift beim Kaiser und brandenburgischen Kurfürsten um Hilfe lamentierte. Daß nun Herzog August den Schloßherrn jenen Einzug der Magdeburger, die doch die eigene Obrigkeit schickte, als „unleidliches Präjudiz“ vorhielt, weil sie

 

 

____

81 Von J. R. von Loewenfeld.

 

aus einem fremden territorio“ seien, klang böse. Beim Papier blieb es nicht. Den Bartenslebens werden von den sich immer mehr verstärkenden Truppen des Nachbarlandes Pferde weggetrieben. Durch Anschlag fordert der Welfe ihre Vorbürger auf, sich seinen Kommissaren zur Huldigung zu stellen. Braunschweigisches Landvolk sammelt sich zur Blockade, die dann auch bis zur völligen Abschnürung der umstellten, etwas verproviantierten Burg Wirklichkeit wird. Am 18. Oktober 1658 wenden sich auch die bedrängten Hehlinger klagend nach Magdeburg. Sie berichten: ,,Welchergestaldt Wir, bei wehrender Wolffsburgischer vnruhe in diesem abgewichenen Sommer, mit Unsern benachbarten Dörffern, im Fürstenthumb Braunschweigk belegen, wegen der Hut vnndt weyde immer zustreiten gehabt, massen selbe einwohner mit Zuziehung der Fürstl. Braunschweig. Beambten, Unß vff der Huet vnndt Weyde, alwo wir bey menschen lebtage Unser Vieh geweidet, auch Unssern Dorff für diesen vonn den Fürstlichen Herrn Commissariis zugebilligt, sondern Unsern Hürten Wegkgeiaget vndt gepfändet, vndt haben wir also Unser Viehe klein vnndt Groß, nirgendts sicher hüten vndt weiden dörffen.“ Das selbst beschwerte Wolfsburg könne nicht helfen. Als Hauptbösewicht wird der ehemals Bartenslebensche, jetzt Braunschweigische Amtmann Philipps genannt. Dieser reitet selbst ins Dorf, um den Hehlingern den Braunschweiger Untertaneneid aufzureden. Bei Weigerung der Kontribution „wolte er vnß durch hartte executionsmittel baldt dazu zwingen“. Als freilich Magdeburg später wirklich etwas Militär hinschickt, heißt man den Korporal in Hehlingen durchaus nicht allerseits willkommen, sei es Knauserei, sei es, weil man sich sagte, der Magdeburger Rohrstab reize nur den Gegner und knicke selbst beim Stützen zusammen.

 

Das Wolfenbütteler Vorgehen war stark. Jetzt sendet Brandenburg als Erbe des Erzstiftes zwei Kompagnien Fußvolk und Reiter, worauf sich die Blockadetruppen nach Vorsfelde verziehen. Aber dann marschieren die Märker infolge gütlicher Abrede mit den Herzoglichen wieder davon. Der Öbisfelder Amtsschreiber benutzt die Zeit, auch die Grenzen der Hehlinger Enklave genau festzustellen, die Bartenslebens häufen Material, um ihr gutes altes Recht und

6

 

 

____

82 Der Wolfsburger „Krieg“.

 

die Schadenersatzklagen zu belegen, des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation Kaiser in Wien beauftragt die Quedlinburger Äbtissin, zwischen den Parteien zu vermitteln.


 
 Quedlinburg Stiftskirche und Schloss  


Aber die Oktoberkonferenz 1658 in Quedlinburg, die alles klären soll, scheitert schon am Ausbleiben der herzoglichen Vertreter, und dann mehren sich wieder die Übergriffe der immer keckeren Braunschweiger, die Vieh wegnehmen und Erntearbeiten stören, so daß der Große Kurfürst aufs neue Dragoner schickt. Ändert es viel? Vorbürger, die sich außerhalb sehen lassen, werden von Braunschweig inhaftiert, bis die meisten Bartenslebenschen Leute mürbe wirklich ihren Untertaneneid in Vorsfelde leisten. Am 17. September 1659 bitten Agnes Maria, Catharina Dorothea, Günther, Joachim Friedrich, Christian Wilhelm und Hans Daniel von Bartensleben, doch ja die Besatzung zu belassen und nicht Herzog Augusts falschen Einflüsterungen in Berlin zu trauen. Nachdem ihnen zwei Saaten und Ernten zerstört, sogar Pachtkorn von der Wolfsburger Mühle geraubt, erwarten sie das Ärgste. Kommt die Rede auf die Schädigungen im Werder, antwortet immer Herzog August energisch, das sei wirklich seine eigene landesherrliche Angelegenheit und nur auf bartenslebensche Exzesse daselbst zurückzuführen. Da verstummen Magdeburg und Brandenburg. Es ist, als bekäme der Braunschweiger mit seiner beharrlichen Ermattungspolitik Oberwasser; denn der Biedermann Philipps fischt dem Besitzer 1663 seinen Schillerteich vor der Nase aus, um die Wolfenbütteler Grenze dort durchzulegen, und eignet sich den Roggen-Zehnten in Hehlingen an.


 Hehlingen Rolandstandbild von Georg Arfmann


Sein Herzog verbietet sogar dem Christian Wilhelm, die Base wider braunschweigisches Kirchengesetz zu ehelichen, worauf allerdings prompt Januar 1664 der Magdeburger Heiratskonsens eintrifft. Weil der treue Pastor Camitius gegenüber allen Versuchen, ihn ins welfische Joch zu spannen, ablehnend bleibt, nimmt man ihm sein Heßlinger Getreide fort, und um das Übel voll zu machen, ist der Feldherr der erzstiftischen Heerschar, nämlich Sergeant Vogelsang, selbst eine rechte Burgplage.

 

Nun muckt denn doch Brandenburg etwas auf. Die Besatzung wird verstärkt und feierlich durch gemeinsame Kommissare aller Schwindel

 

 

_____

83 Von J. R. von Loewenfeld

 

ringsum mit erzwungenen Untertaneneiden annulliert, worauf sich aber sofort ein dreister braunschweigischer Beamter einstellt, die Bartenslebens unter ihrem lauten Widerspruch für die fremde Besatzung haftbar macht und sogar Anschläge in der Vorburg anheften will. Daran hat ihn denn doch der brandenburgische Offizier gehindert. Als die Bartenslebens in Magdeburg und Berlin wieder sehr um Hilfe bitten, geben Kurfürst und Administrator höchst energische Weisungen, in Wolfsburg gelte nur erzstiftisches Gebot. Administrator August nennt hierbei als Widersacher getrennt die Celler und Wolfenbütteler Linie, weil auch die erste bisweilen eigene Rechte auf die Burg aus der Luft griff. Diese haben jedoch nie bedrohliche Gestalt gewonnen — höchstens als Quertreibereien Herzog August geschadet. Zwei Herrscher als ernsthafte Mahner, aber tatkräftig greifen beide nicht durch, der eine, weil er nur Hintermann ist, der andere, weil er sich nicht zugunsten dieses Hintermannes seine Finger verbrennen möchte. Verhandeln — Verhandeln, während die Hehlinger ihre Schweine nicht ins Steplinger Holz treiben können, da Philipps mit seinen Soldaten die paar gewiß nicht sehr streitbaren magdeburgischen Bedeckungsmänner verjagt. Zum Tort hat der Gegner sogar manchmal etliche von ihnen aufgehoben und festgehalten. Wenn der nach seinem Bilde sehr würdig ausschauende Junker Christian Wilhelm von Bartensleben August 1667 in einem Briefe an den magdeburgischen Bevollmächtigten Dr. König rät, besagter Philipps käme bald in die Stadt des Domkapitels und habe verdient, daß ihm dann daselbst eine Prügelsuppe zubereitet würde, so kann man es wirklich von Herzen mitfühlen.

 

Im September 1667 stirbt Herzog August. Das schleunigst angenagelte Wappen der Nachfolger reißt man sofort von der Schillermühle und Wolfsburger Kirchtür ab, um aller Besitzergreifung zu wehren, aber Magdeburg ist doch schon so mürbe, daß es mit Abzug seiner paar Leute droht, falls die Bartenslebens, die wahrlich genug geblutet haben, nicht für sie zahlen. Immerhin wird es noch einmal bewilligt, während Hehlingen seine erzstiftischen Soldaten verliert. Am 11.-18. August 1668 einigen sich endlich Magdeburg, Brandenburg und die doch viel friedlicheren, neuen Herren von

6*

 

 

____

84 Der Wolfsburger „Krieg“.

 

Braunschweig zu einem Interimsrezeß. Er wird freilich nie rechtskräftig, da man ihn schließlich doch nicht unterzeichnet, und leitet trotzdem eine ruhige Ära ein. Das Alte bleibt. An Stelle des Erzbistums legt der Brandenburger 1669 Militär auf die Burg, das noch 1671 bezeugt ist. Wo aber blieb der Schadenersatz der Bartenslebens, von ihnen nicht zu niedrig 1658—68 auf 68261 Taler 17 Gr. 4 Pf. berechnet? Wo blieben Entschädigungen für Hehlingen, Pastor Camitius usw., die jene ebenfalls einreichten?

 

Als 1742 das Aussterben der Bartenslebens naht, flackert der „Krieg“ beinahe wieder auf. In Königslutter sollen marschbereit zwei braunschweigische Kompagnien liegen. Die ersten Funken! Aber Preußen, das nachweislich auch 1708—13 drei Soldaten als Zeichen seiner Hoheitsrechte in Wolfsburg gehalten, war auf dem Posten. König Friedrich Wilhelms I. scharfem Auge entging auch unser entlegenes Fleckchen Land nicht, wie eingeforderte Berichte beweisen. Sein großer Sohn befiehlt rechtzeitig preußisches Militär heran. Die zum Verhandeln zusammengetretene preußisch-braunschweigische Kommission läßt vieles strittig, aber wegen der Burg selbst, Heßlingen und Hehlingen kommt man jetzt schon ins Klare. Sie sind preußisch. Noch gehts allerdings hart um die Schillermühle, zahlreiche Äcker und Wälder. Dann einigt sich jedoch am 4. Oktober 1746 Gräfin Anna Adelheid von der Schulenburg, die letzte und sehr tatkräftige Bartensleben, privatim mit Braunschweig gegen Zahlung von 14000 Reichstalern, und Herzog Karl genehmigt dies offiziell 1746, Friedrich der Große 1747. Preußen hat gesiegt. Das war das Ende des „Wolfsburger Krieges“, eines eigentlich recht traurigen Dokumentes partikularistischer Rivalität bei fehlender starker Reichsgewalt. Sein einziger Nutzen hier ist gewesen, daß unsere Bartenslebens seit 1668 von sich und noch mehr von ihren Untertanen — das letzte mag besonders betont werden — Lasten und Kontributionen abwälzen konnten. Sie wiesen darauf hin, daß die rechtlich ungelösten Verhältnisse des Landregimentes dringend heischten, allen Beschwerden, Klagen und Einsprüchen von vornherein das Wasser abzugraben. Sonst würde der schlummernde Zank mit den Nebenbuhlern wieder wach werden.

 

 

 

 

 

Quelle:

J. R. von Loewenfeld: Der Wolfsburger „Krieg“

Geschichtsblätter Stadt und Land Magdeburg. Mitteilungen des Vereins für Geschichte und Altertumskunde des Herzogtums und Erzstifts Magdeburg. 61. Jahrgang 1926 S. 77-84 Druck von August Hopser in Burg