Inschriften von Königslutter (zusammengestellt von Heinrich Medefind 1994/95)

In den Jahren 1994/95 wurden die Inschriften an Häusern und Denkmalen unserer Stadt dokumentiert und inhaltlich in Archiven anhand von Quellenmaterial recherchiert. 2006 folgte eine Anpassungskorrektur. Die Beschreibung erfolgt vom Blickpunkt des Betrachters aus, der vor dem Objekt steht. Die Inschrift ist wenn möglich zeilengleich wiedergegeben.

 

Diese Darstellung ist ein Teil der Bestandsaufnahme aus dem Jahr 1994, die alle in Königslutter und seiner unmittelbaren Umgebung (noch) vorhandenen Inschriften enthält. Die Inschriften im Kreuzgang des Kaiserdoms sind unter der Rubrik Kaiserdom > Kreuzgang zu erkunden. Auch die Inschriften von der Stadtkirche werden noch gesondert aufgenommen.

 

Die Zeit, in der wir leben, ist geprägt vom schnellen Wechsel in allen Lebensbereichen. Modernisierungen und Sanierungen an Gebäuden aber auch Alterung und Verfall, "der Zahn der Zeit", vernichten immer wieder interessante und wertvolle Dinge aus unserer Vergangenheit. So auch Inschriften an Gebäuden und Denkmalen. Die Stadt Königslutter hat dankenswerterweise zu dieser Bestandsaufnahme ein umfangreiches Bildmaterial erstellen lassen. Angela-Iris Watzik hat mit über 500 Aufnahmen einen detaillierten Bilderkatalog erstellt, der im Stadtarchiv auch Interessenten zur Einsicht vorliegt.

 

Diese Inschriften unserer Stadt Königslutter sind über die X-Zeichen anklickbar. Dabei erscheinen die zugehörigen Fotos sowie Beschreibungstext und Rekonstruktionsversuch der teilweise stark verwitterten Inschriften.

Die einzelnen Inschriften sind anhand des unterlegten Strassennetzes von Königslutter grob verortet. Ebenfalls anklickbare !-Zeichen vorwiegend im der Randbereich der Zeichnung gehören zu Inschriften, die außerhalb des dargestellten Stadtbereiches liegen.

Eine Bewegung über die Kursortasten des Lichttisches ist ebenfalls möglich. Viel Spaß bei der virtuellen Erkundungstour in Königslutter!

 

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Tag der Niedersächsischen Denkmalpflege 2017 - Forschungsorientierte Bodendenkmalpflege in Niedersachsen

Exkursion vom 26.08.2017

Zwischen Leine und Weser - Eine Reise durch Raum und Zeit

 

Denkmalpflege Kaiserdom

 

 

Seite 18   Helmstedter Blitz  5. Februar 1997
 


Wartung des Doms ist so wichtig wie beim Auto

KÖNIGSLUTTER. Jeder kennt es, das Symbol der Stadt Königslutter am Elm: Drei Türme machen ihn schon von weitem sichtbar, auch im Innenraum hat er viel zu bieten, insbesondere mittelalterliche Wandmalereien. Die Rede ist vom Königslutteraner Kaiserdom, der Stiftskirche Peter und Paul. Dem Kulturdenkmal wurde kürzlich ganz besondere Aufmerksamkeit geschenkt: „Der Kaiserdom in Königslutter - Ein Kulturdenkmal auf dem Prüfstand“ lautet der Titel eines Buches, das in der vergangenen Woche vorgestellt wurde.

Das Institut für Denkmalspflege des Landes Niedersachsen beschäftigte sich bei den wissenschaftlichen Untersuchungen vor allem mit der mittelalterlichen Wandmalerei des Domes. Es stellte sich heraus, daß diese gravierende Schädigungen aufwiesen. Die Untersuchungsergebnisse wurden in eben diesem Buch zusammengefaßt. Sie stellen die Grundlage für Unterhaltungsmaßnahmen am Kaiserdom dar.
Zur Buchvorstellung wurden den „Laien“ von der Presse die Schäden direkt vor Ort erläutert. Einer der einzigen zwei Amtsrestauratoren des Landes Niedersachsen, Bernhard Recker, gab Auskunft über Salzkrusten, Hohlstellen und Abblätterungen. 1885 beschloß die Landesversammlung auf Anregung des Prinzen Albrecht von Preußen, die grundlegende Instandsetzung des Innern der Stiftskirche. August von Essenwein erhielt den Auftrag für die Entwurfsplanung.
Königslutter könne stolz auf die Ergebnisse Essenweins sein, so Recker. Als einer der besten Kenner der mittelalterlichen Kunst stellte Essenwein zunächst Untersuchungen an und begann erst dann mit der Instandsetzung. Die Malerei sei nun nach all den Jahren allerdings unterschiedlich beschädigt. Zum einen, informierte Recker, sei die Malschicht abgestoßen worden. Weil die Kirche in der Mitte der 70er Jahre statisch gesichert wurde, liefen damals zum anderen Zementschleier über die Malereien. Außerdem träten Farbigkeitsveränderungen durch den unterschiedlichen Lichteinfall auf. Zwei Gründe gebe es für diese Schäden, weiß der Amtsrestaurator. Jahrhundertelang sei die Stiftskirche nicht so gepflegt worden, wie es angemessen gewesen wäre. Beispielsweise seien Löcher in den Dächern nicht geflickt worden, so daß Wasser hineinlaufen konnte. Außerdem seien die Wände schadsalzbelastet. Aufgrund des hiesigen Klimas komme dieses Salz an die Oberfläche und zerstöre die Malereien. Aus den Untersuchungen des Denkmalspflegeinstitutes ergab sich vor allem eins: „Es muß etwas getan werden.“ Im Frühjahr solle eine exemplarische Musterrestaurierung in zwei kleinen Bereichen stattfinden, so Recker. Dr. Rolf-Jürgen Grothe, Oberkonservator des Niedersächsischen Landesverwaltungsamtes, bezeichnete die Leistungen der Denkmalspfleger als „Service“. Bürgernah solle die Akzeptanz für historisches Kulturgut geweckt werden.
Gleichzeitig habe das Institut im Kaiserdom neue computergestützte Untersuchungen anstellen können. Durch die neue Technik hätten viele Kosten eingespart werden können. Die Wandmalerei sei als Bestandteil des Baukörpers angesehen worden. Um die Schäden der Wandmalerei sinnvoll beheben zu können, müßte zunächst einmal der Bau „auf Vordermann“ gebracht werden. Eine sogenannte Anamnesephase habe ganz am Anfang der Untersuchungen gestanden, so Dr. Grote. Wie beim Menschen zeige die Anamnese die Lebens- und Leidensgeschichte des Patienten auf. „Man muß ja erst einmal wissen, was man vor sich hat.“ Anschließend wurde das Gebiet um Königslutter inspiziert. Aufgrund der Umweltbelastung konnte ein Schadensatlas angelegt werden, der aufzeigte, wo die objekttypischen Schäden liegen.
„Die Anamnesephase galt dem ganzen Baukörper“, erklärte der Oberkonservator weiter. So seien beispielsweise auch die Fugen untersucht worden. Nach den entsprechenden Maßnahmen der Proberestaurierung müsse der Bau immer wieder beobachtet werden. Außerdem sei die Wartung eines solchen Baus genauso wichtig wie bei einem Auto. Günther Jung, ebenfalls Denkmalspfleger, meinte weiter, daß alle grundlegenden Dinge regelmäßig gewartet würden. In den 70er Jahren sei diese Regelung nicht eingehalten worden. Damals sei viel Feuchtigkeit in den Dom eingedrungen. „Der hat darauf kritisch alergisch reagiert“. Die Fugenpflege sei daher besonders wichtig, damit nicht noch mehr Wasser in den Bau eindringe.
Trotz allem seien die statischen Maßnahmen in den 70ern lebenswichtig gewesen, so Dr. Grothe. Die schlimmsten Schäden seien inzwischen zur Ruhe gekommen. Wichtig sei nun, dafür zu sorgen, daß Klima und Luftfeuchtigkeit konstant blieben. Eine neue Heizungsanlage sei dringend notwendig. Der Dom dürfe auf keinen Fall zu den Gottesdiensten aufgeheizt und hinterher wieder ausgekühlt werden. Eine konstante Temperatur sei wichtig, das Bauwerk zu erhalten.
Nach den Ausführungen der Denkmalspfleger erinnerte der Pastor der Stiftskirchengemeinde, Manfred Trümer, daran, daß die Touristen ohnehin nur die restaurierten Stellen eines Baus sehen würden. Um die Menschen aufzuklären, daß etwas getan werde, sei das Buch richtig.
Gleiche Gründe nannte Michael Rudolph vom Kloster- und Studienfonds Braunschweig. Der fördert das Projekt gemeinsam mit der Bundesstiftung Umwelt. Der Kloster- und Studienfonds gebe dazu 100.000 Mark, die Bundesstiftung Umwelt 200.000 Mark. Die Arbeit der Denkmalspflege werde „ehrenamtlich“ geliefert.
Das Buch „Der Kaiserdom in Königslutter - Ein Kulturdenkmal auf dem Prüfstand“ kann in allen Buchhandlungen sowie beim Braunschweigischen Vereinigten Kloster- und Studienfonds, Hennebergstraße 14, 38102 Braunschweig unter der Telefonnummer 0531/4844697 für 25 Mark erworben werden.
                                                  kat

 

 

 

Weitere Angaben zur Baugeschichte, Renovierungsmaßnahmen und Umgestaltungen am Kaiserdom Königslutter seit dem frühen 17. Jahrhundert sind ggf. auch folgenden LINKs zu entnehmen:

 

http://www.baufachinformation.de/denkmalpflege.jsp?md=1987057102103

 

In der Zeit vom 07.10.12 bis 18.11.12 wird im Kaiserdom Königslutter die Ausstellung "KULTRAUM - KULTURRAUM" gezeigt. Sie ist täglich von 9:00 bis 18:00 Uhr geöffnet und der Eintritt ist frei.

Nähere Infos zu dieser Ausstellung finden sich auf der Internetseite

 

http://www.kirchliche-denkmalpflege.de

 

 




Leserzuschrift Helmstedter Blitz vom 01.05.1991

Leser schreiben dem BLITZ  

„Königsadler wirken wie Pleitegeier“


Folgende Darstellung stellt Otto Kruggel als Antwort auf die Frage: „Soll Ausmalung bleiben oder verschwinden?“ in der Sonderveröffentlichung zur Konfirmation 1991 zur Verfügung:

„Daß eine neue, zeitgenössische Malerei besser in den romanischen Bau des mittelalterlichen Kaisers passen sollte als die Ausmalung nach Essenweins Entwurf, kann doch nur als Witz gewertet werden. Wenn Historisierendes zu vernichten sei, dann müßte der ganze Kaiserdom weg. Die Säulen, Kapitelle und Bildwerke des Meisters von Königslutter wurden nach historischen, nach römisch-antiken Vorbildern geschaffen. Essenwein bewahrte alle Reste der Originalausmalung und ergänzte sie nach Gestaltsvorbildern aus spätromanisch-frühgotischer Zeit. Unter denen, die sie vernichten wollen, fand ich noch keinen, der weiß, was sie enthält und bedeutet.

In der Nazizeit entging dieses Spätwerk Essenweins der von den Bonzen geplanten Vernichtung durch eine zeitgenössische Neufassung. Ihnen paßte die christlich-ikonographische Konzeption Essenweins auch nicht. Der Vernichtungswille lebte bald wieder auf! 1955/56 wurde die Langhausmalerei 'modernisiert'. Die vorherige Einheitlichkeit mit den Symbolfarben des dreieinigen Gottes - blau, rot, gelb - wurde durch das 'sinnlose' Grau der Übermalung zerstört und die Königsadler wirken nun wie 'Pleitegeier'.


In Köln wurden zwischen 1864 und 1882 drei romanische Kirchen nach Entwürfen Essenweins ausgestaltet. Sie fielen im Kriege den Bomben und beim Wiederaufbau der Modernisierungssucht zum Opfer. Heute bedauert man sehr, nicht wenigstens einer das von Essenwein sorgsam angepaßte Interieur wieder gegeben zu haben. Fast wehmütig zeigt man in St. Gereon den letzten, brandgeschwärzten Rest.


Daß man hier in der `Provinz` Köln nachhängt, ist verständlich, aber nicht unbedingt nötig. Unverständlich bleibt aber, warum das 'vollendet' werden soll, was hier Bomben und Bonzen nicht schafften!“

gez. Otto Kruggel
Königslutter


Veröffentlicht in:
Helmstedter Blitz Mittwoch, den 1. Mai 1991 Seite 6